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Toralesungen – www.amzi.org
Samstag, 10. Mai 2008
Emor – Sprich!
3. Mose 21,1 - 24,23; Hesekiel 44,15-31
Von Jurek Schulz
Die Priester sind im Besonderen verantwortlich, sowohl die Opferregeln, als auch die richtige Durchführung der biblischen Feste einzuhalten. Gerade weil sie diesen Regelungen unterworfen sind, müssen sie selbst eine hohe Disziplin an den Tag legen. Nur dadurch ist es möglich, zwischen heilig, also Gott gemäß, und unheilig, zu unterscheiden. Der Opfernde, das Opfer und der Vollzug des Opfers symbolisieren die Heiligkeit Gottes. Daher ist es erforderlich, dass die Priester den Umgang mit dem Tod, mit Krankheit, körperlicher Gebrechlichkeit oder moralischen Verfehlungen exakt regeln, auch innerhalb der eigenen Familien, bevor sie sich selbst Gott im Heiligtum nahen. Das grundlegende Gebot für alle Juden ist 3. Mose 11,44-45: „Ich bin der Herr, euer Gott. Darum sollt ihr Euch heiligen … Seid heilig, denn ich bin heilig.“ So soll der göttliche Name durch Israel geheiligt werden. Hesekiel weist erneut auf diese Aufgabe hin, die sich in der Person des Messias in vollkommener Weise erfüllt hat: „Als ein vollkommener Hohepriester …, der nicht durch das Blut von Böcken und Kälbern, sondern durch sein eigenes Blut ein für allemal in das Heiligtum eingegangen ist, hat er eine ewige Erlösung erworben. Er war das endgültige Opfer ohne Fehler …, um unser Gewissen zu reinigen ... zu dienen dem lebendigen Gott“ (Hebr. 9,11.12.16). Heute heiligen wir den Namen Gottes, indem wir in Beziehung zu seinem Messias leben. Unser eigenes Leben wird dadurch gereinigt und geheiligt.
Lukas 14,12-24; Offenbarung 4,1-11
Von Catherine Meerwein
In Offenbarung 4 wird die Macht und Herrlichkeit Gottes beschrieben. Johannes sah in einer Vision Gottes Thron und Gestalten, die Gott ohne Unterlass anbeten: „Heilig, heilig, heilig ist Gott der Herr, der Allmächtige, der da war und der da ist und der da kommt“ (Off. 4,8). 3. Mose 21-24 enthält Gebote für die Priester, wie sie sich verhalten sollen, um diesem heiligen Gott dienen zu können. Die Priester sollen möglichst wenig mit Unreinem in Kontakt kommen. Es gibt eine strikte Trennung zwischen dem „unreinen“ Volk und dem heiligen Gott. Wie revolutionär ist dagegen das Gleichnis vom großen Festmahl, das Jesus in Lukas 14,16ff. erzählte. Weil die eingeladenen (edlen) Gäste der Einladung des Hausherrn nicht folgen wollten, ließ dieser die Armen, Verkrüppelten, Blinden und Lahmen zu seinem Fest holen. Diese Menschen waren weder besser noch schlechter als die anderen, die der Einladung nicht gefolgt waren. Aber sie nahmen die Einladung an, das ist das Entscheidende. Denn Jesus hat die strikte Trennung zwischen dem heiligen Gott und den unheiligen Menschen aufgehoben. In ihm und durch ihn können wir Gemeinschaft haben mit Gott, so wie es Johannes schon vorhergesehen hat.
„Dich, unseren Herrn und Gott, beten wir an. Du allein bist würdig, dass wir dich ehren und rühmen, uns deiner Macht unterordnen. Denn du hast alles erschaffen. Nach deinem Willen entstand die Welt und alles, was auf ihr lebt“ (Off. 4,11).
Samstag, 3. Mai 2008
Kedoschim – Heilige
3. Mose 19,1 - 20,27; Amos 9,7-15; Lukas 18,1-8; Jakobus 5,1-11
Von Hanspeter Obrist
Gott sagt: „Ihr sollt heilig sein; denn ich, der Herr, euer Gott, bin heilig“ (3. Mose 19,2). Sein Wunsch ist: „Ich wende das Geschick meines Volkes Israel … Ich pflanze sie in ihr Land ein. Und sie sollen nicht mehr herausgerissen werden“ (aus Amos 9,14-15). Gebet: Herr, hilf uns, unser ganzes Leben dir zu weihen. Danke, dass du auch unser Geschick wenden willst und uns deinen Frieden durch das Blut vom Messias Jesus gibst, den uns niemand mehr ausreißen kann.
Sonntag, 20. April – Samstag, 26. April 2008
Passah und das Fest der ungesäuerten Brote
2. Mose 12,21 - 15,21; 4. Mose 28,16-25; Josua 5,2 - 6,1.27; Johannes 1,29-31; Matthäus 28,1-20; 1. Korinther 15,1-58; Offb. 19,1-21
Von Jurek Schulz
Seit Jahrtausenden werden die großen Taten Gottes an Pessach thematisiert. Dazu gehört die Befreiung Israels aus der Sklaverei in Ägypten, ebenso dass Israel nur durch das vor dem Tod bewahrende Blut an den Pfosten der Häuser gerettet werden konnte (2. Mo. 12,23).
In der Zeit des Tempels wurden die Opfer in Form von Lämmern dargebracht. Sie erinnerten an die Vergebung und Bewahrung. Auf diesem Hintergrund konnte Johannes der Täufer im Blick auf Jesus ausrufen: Dieser ist das Lamm Gottes, das der Welt Sünde trägt (Joh. 1,29). Durch den Sohn Gottes werden wir in eine neue Freiheit geführt. Er blieb nicht das tote Opferlamm. Er ist tatsächlich auferstanden und lebt heute noch. Daher heißt es bei den Evangelisten: Gehet hin und verkündet mein Evangelium, die frohe Botschaft (Mt. 28,18; Lk. 24,47).
Die Sklaverei, die Israel erlebte, kann auch ein Bild dafür sein, wie wir als Menschen unter der Herrschaft des Todes leben. So macht Paulus in 1. Korinther 15,55 deutlich, dass auch die letzte Bindung unserer Existenz an Satan, eben der Tod, durch das Blut des Lammes überwunden ist. Diese Lobeshymne enthält eine klare Auferstehungshoffnung. Insofern schenkt uns der Herr Jesus durch sein eigenes Blut eine neue Freiheit. Daher werden ihm die Erretteten auch im Himmel in alle Ewigkeit danken (Offb. 19,6-9). Doch die Vorraussetzung, um sich schon jetzt darauf zu freuen, ist, dass unsere Herzen mit dem „Blut des Opferlammes“ bestrichen werden. D.h. so wie Israel errettet wurde dadurch, dass sie das Blut an die Türen strichen, so werden wir durch das Blut Jesu errettet, indem wir seine Botschaft in unser Herz aufnehmen.
Samstag, 19. April 2008
Achare Mot – Nach dem Tod
3. Mose 16,1 - 18,30; Hesekiel 22,1-16
Von Hanspeter Obrist
Einmal im Jahr, am Jom Kippur, soll im Tempel (Stiftshütte) Sühne für alle Sünden getan werden. Interessant ist dabei, dass auch das Heiligtum, die Stiftshütte, der Altar und die Priester neu geheiligt werden müssen (3. Mose 16,33-34). Vielleicht ist gerade auch jetzt ein Moment, an dem wir uns Gott mit allem wieder neu zur Verfügung stellen. Die Gegenwart Gottes erfordert neue Ordnungen für alle, die unter dem Volk Gottes leben (3. Mose 17-18). Die Erfahrung der Vergebung soll nicht zu einem zügellosen Leben verleiten. Gerade weil Gott heilig ist, sollen wir nach seinen Ordnungen leben. Wer sich Gott zuwendet, empfängt die Vergebung durch das Blut. Wer sich von Gottes Ordnungen abwendet, der empfängt Gottes Gericht (Hesekiel 22).
Matthäus 23,1-37; Galater 5,16-26
Von Jurek Schulz
Nicht nur Israel, sondern die ganze Menschheit hat von Gott einen biblischen Maßstab bekommen. Gottes Lebensweisungen geben dem gesellschaftlichen Zusammenleben erst eine menschenwürdige Qualität. Erst durch seine Satzungen können wir richtig leben (3. Mo. 18,5). Diese Spannung zwischen Forderung und Wirklichkeit bestimmt bis heute unsere Realität. Zur Zeit Jesu waren die Pharisäer und Schriftgelehrten die Wächter wahrer Frömmigkeit. Ihr Anliegen war nicht verkehrt, wie Jesus sagte. Sie saßen sogar auf dem Stuhl des Mose, d.h. sie waren die rechten Autoritäten in der Auslegung der Tora. So sagt Jesus selbst, es sei richtig, was die Pharisäer sagten, aber falsch, was sie taten (Mt. 23,1-3). Wir selbst können heute durch die Gabe des Heiligen Geistes selbst erkennen, ob wir nur fromm reden oder tatsächlich in der ethischen Norm Gottes leben. Lasst uns die Werke unserer alten Natur zerstören. Die ethischen Normen Gottes schaffen erst echtes Leben. Denn da entwickeln sich die Früchte des Geistes Gottes unter den Menschen: Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Sanftmut, Güte Treue, Demut und Selbstbeherrschung (Gal. 5,22). Solch ein Klima menschlichen Umgangs entsteht aber nur auf der Grundlage eines gemeinsamen Maßstabs, Gottes Ordnungen. Nur sie führen zum wahren Leben.
Samstag, 12. April 2008
Mezora – Aussätziger
3. Mose 14,1 - 15,33; Maleachi 3,4-24 (2. Könige 7,3-20)
Samstag, 5. April 2008
Tasria – Sie empfängt
3. Mose 12,1 - 13,59; 2. Könige 4,42 - 5,19
Von Ueli Stettler
Dieser Tora-Abschnitt besteht aus zwei kleineren Abschnitten. Der erste Teil (Kap. 12) beinhaltet die Reinheitsgesetze nach der Geburt eines Kindes. Auch Maria befolgte diese Reinigungsgesetze nach der Geburt Jesu (Lk. 2,21-22). In Kapitel 13 und 14 geht es um den Aussatz und um die Reinigung des Aussätzigen und das Gesetz über das Verhalten bei unreinen Ausflüssen (Kap. 15).
Seit der Zerstörung des zweiten Tempels verschwanden diese Gesetze zum großen Teil aus dem jüdischen Alltagsleben. Die Mehrheit der Gesetze über Reinheit und Unreinheit wurden im Zusammenhang mit dem Tempel erlassen.
Aussatz ist ein Bild für die Sünde im Leben eines Menschen. Sie trennt uns von der Gemeinschaft mit Gott, und die Folge ist der Tod, das gleiche Resultat wie bei Menschen, die vom Aussatz befallen sind.
Auch als wiedergeborene Christen verunreinigen wir uns immer wieder in Gedanken, Worten oder Taten. So brauchen wir täglich die Reinigung durch das Blut Jesu. Wie gut, dass wir täglich seine Vergebung und Reinigung in Anspruch nehmen dürfen. (1. Joh. 1,8.9).
Diese Vorschriften über Reinheit und Unreinheit sollen uns daran erinnern, dass wir einem heiligen Gott dienen, der die Heiligung seines Volkes zum Ziel hat.
Lukas 2,21-35; Offenbarung 12,1-6; Lukas 5,12-26; Jakobus 5,13-20
Von Hanspeter Obrist
Maria hält sich an die jüdischen Reinheitsgesetze und erfährt eine große Zusage durch Simeon (Lk. 2,22 ff.). Dies wird ihr zum Trost und zur Zuversicht, in all den schwierigen Jahren, die auf sie zukommen. Gerade in der Offenbarung wird uns aufgezeigt, wie dieses Kind umkämpft ist. Dieses Kind soll alle Völker mit einem eisernen Stab weiden. Dies ist ein Zeichen der Macht. Simeon sagte, dass dieses Kind ein Licht für Nichtjuden sein wird und zum Preis des Volkes Israels.
Der Aussätzige erlebte diese Macht und wurde geheilt (Lk. 5,13). Der Gelähmte erfuhr die Befreiung von seinen Sünden und wurde als Zeichen der Vollmacht Jesu auch noch geheilt (Lk. 5,20.26). Doch Jesus misst der inneren Heilung von Sünde mehr Bedeutung zu. Wir legen oft den Stellenwert auf das Äußere. Jakobus ermuntert uns, füreinander zu beten und einander die Sünden zu bekennen. Wie oft habe ich in diesem wertvollen Dienst erlebt, wie Gott entweder Heilung oder die Kraft und Zuversicht in einer Krankheitszeit geschenkt hat. Für Gott hat unser innerer Zustand Vorrang. Er möchte uns in seine Dienstgemeinschaft aufnehmen. Kein Aussatz soll uns ausschließen. Er möchte unsere Sünden wegnehmen. Wir sollen nicht mehr gelähmt dasitzen. Wir sollen Jesus als das Licht der Welt an alle Orte bringen, wo niemand mehr einen Ausweg sieht. Er weist uns den Weg. Er ist unser Licht. Er soll unser und Israels Lobpreis sein.
„Herr hilf uns, unser ganzes Vertrauen in dich zu setzen. Du bist das Licht. Danke für die Vergebung durch deinen Kreuzestod. Amen.“
Samstag, 29. März 2008
Schemini – Am achten Tage
3. Mose 9,1 - 11,47; 2. Samuel 1,17-27; 6,1-7,17
Von Jurek Schulz
Gott will durch diejenigen, die ihm nahe stehen, geheiligt werden.
Aaron und seine Söhne wurden feierlich als Priester eingesetzt. Acht Tage nach der Einweihung des Heiligtums wurde eine heilige Zeremonie durchgeführt. Doch die Söhne Aarons ignorierten die heiligen Ordnungen Gottes. Dadurch verloren sie ihr Leben. Eine ernste Mahnung an das Volk Israel.
Als Jahrhunderte später König David die Bundeslade, die heilige Repräsentanz Gottes, holen ließ, achteten alle genau auf den Willen Gottes. Der Segen blieb nicht aus. Auch heute ist es wichtig, darum zu ringen, im Willen Gottes zu leben. Denn der Herr Jesus sagt in Matthäus 7,21: „Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr! in das Himmelreich eingehen, sondern nur die, die den Willen meines Vaters tun.“
Am Jom HaSchoah gedenken wir den ermordeten sechs Millionen Juden. Hier ist der Abschnitt vom Tode Jonathans und Sauls angegeben. David besingt in einer tiefen Trauer mit ernsten und ergreifenden Worten den Tod: „Es tut mir leid um dich, mein Bruder.“ Auch heute darf diese Tragödie niemals verschwiegen werden. Sie ist unauslöschlicher Bestandteil der Identität Israels. David suchte bei Gott Trost. So ist auch heute Gott in seinem Messias der eigentliche Tröster Israels.
Apostelgeschichte 5,1-11; 11,1-18; Hebräer 7,1-19
Von Ueli Stettler
In 3. Mose 9 bestätigte Gott den Dienst von Aaron und seinen Söhnen, indem er ihr Opfer annahm. Doch in Kapitel 10 kamen die Söhne Aarons beim Opfern durch das Gerichtsfeuer Gottes ums Leben. Gott bestätigte ihr eigenmächtiges Handeln nicht (3. Mo. 10,1).
Gott macht keinen Unterschied zwischen großen und kleinen Sünden. Immer wenn Menschen gegen seinen Willen verstoßen, tasten sie seine Heiligkeit an, und das bleibt nicht ohne Folgen.
Auch die Geschichte von Ananias und Saphira erschreckt uns (Apg. 5,1-11). Die beiden hatten in der Urgemeinde in Jerusalem Freiheit im Umgang mit Geld und Besitz. Sie belogen aber ihre Mitchristen und damit Gott selbst, indem sie vorgaben, alles zu geben, aber einen Teil für sich behielten. Auch hier reagierte Gott hart auf die Unehrlichkeit dieses Ehepaares. Sie mussten sterben. – Zum Nachdenken: Wo sind unsere wunden Stellen, die der Teufel als Einfallstor für die Sünde nutzen könnte?
Gott setzte in diesen beiden Gegebenheiten ein Zeichen. Er ist ein heiliger Gott, der sich nicht betrügen lässt. Es ist heilsam, wenn wir über das Handeln Gottes in diesen Texten erschrecken. Nadab und Abihu, die Söhne Aarons, und das Ehepaar in Jerusalem mussten das Gericht Gottes am eigenen Leib erfahren. Jesus auch. Aber ihn traf der Zorn Gottes nicht wegen seiner Verfehlungen, denn Jesus ist ohne Sünde. Er starb stellvertretend für die Schuld aller Menschen.
Jesus wird in Hebräer 7,1-19 mit dem Priester und König Melchisedek verglichen. Normalerweise stammen alle Priester von Levi ab, einem Sohn Jakobs. Seit Jesu Sterben und Auferstehen ist dieses alte Gesetz in Jesus abgelöst. Jesus ist ein anderer Priester (nach der Weise Melchisedeks). Er ist der einzigartige von Gott gesandte Erlöser. Es lohnt sich, ihm zu vertrauen und ihm zu folgen.
Samstag, 22. März 2008
Zaw – Befiehl!
3. Mose 6,1 – 8,36; Jeremia 7,21 – 8,3; 9,22-23; Maleachi 3,4-24
Von Hanspeter Obrist
Unser Abschnitt enthält die verschiedensten Anweisungen für die Opfer. Dabei fällt auf, dass das Fett und das Blut der Opfer nicht verzehrt werden sollen (3. Mose 7,22-27). Dies sogar unter Androhung der Todesstrafe. Dieser Teil des Opfers gehörte allein Gott. Als Aaron und seine Söhne eingesetzt wurden, mussten sie sich mit Wasser waschen, mit Öl gesalbt werden. Es brauchte ein Sündopfer, ein Brandopfer und ein Einsetzungsopfer. Sieben Tage lang mussten sie vor dem Herrn bleiben. Erst am achten Tag konnten sie selbst opfern. In unserer schnellen Gesellschaft eine unvorstellbar lange Zeit. Wer Gott begegnen möchte, muss seine Anweisungen respektieren und sich Zeit für ihn nehmen – den Alltagstrott dieser Welt durchbrechen. Jesus sagte: „Wenn du aber betest, so geh in deine Kammer, und nachdem du deine Tür geschlossen hast, bete zu deinem Vater, der ins Verborgene sieht“ (Matthäus 6,6). Lieber Vater, danke, dass wir uns mit all unseren Nöten vertrauensvoll an dich wenden können, und dass du auch unsere verborgenen Gebete hörst.
Matthäus 5,21-30; 1. Korinther 1,18-31
Von Hanspeter Obrist
Eine Begegnung mit dem lebendigen Gott fordert unser ganzes Sein. Aaron und seine Söhne mussten sich lange reinigen, bevor sie Gott begegnen konnten. Jesus spricht von einer inneren Reinigung, um dem himmlischen Vater begegnen zu können. Ich kann nicht meinen Bruder verleumden und zugleich Gott begegnen (Mt. 5,22). Sogar wenn ich um jemanden weiß, der etwas gegen mich hat, fordert Jesus zuerst den Versöhnungsversuch (Mt. 5,23-24). Leider ist Versöhnung nicht immer möglich (Röm. 12,18). Wir können Gott nur begegnen, wenn wir Gottes Gnade für uns selbst und unsere Geschwister in Anspruch nehmen. Jesus fordert uns auf, lieber uns selbst zu beschränken, als durch unsere Begierde schuldig zu werden. Das Wort vom Kreuz ist dabei unsere Kraft (1. Kor. 1,18). Deshalb rühmen wir uns unseres Herrn (1. Kor. 1,31).
Danke, himmlischer Vater, dass wir durch den Kreuzestod von Jesus Vergebung erlangen und den Zugang zu dir haben. Du leitest uns im Heiligen Geist. Hilf uns, unsere Geschwister mit deinen Augen zu sehen. Wir alle sind mit demselben Blut erkauft und empfangen alle von dir die Vergebung unserer Schuld. Amen.
Samstag, 15. März 2008
Wajikra – Er rief
3. Mose 1,1 – 5,26; Jesaja 43,21 – 44,23
Von Jurek Schulz
In diesem Toraabschnitt werden wir in das Opfersystem eingeführt. Die hebräische Bedeutung von „opfern“ ist, dass der Opfernde sich durch das Opfer Gott nähert. Es gibt für niemanden eine Einschränkung, alle können und müssen ein Opfer bringen, das ihrem Vermögen entspricht, wenn sie sich Gott nähern wollen. Der eine ein Rind, der andere ein Vogelpaar, oder einfach eine Handvoll Weizenmehl.
Unterschieden wurde zwischen dem freiwilligen Opfer und dem Sündopfer, das bei Verschulden gegenüber den Geboten Gottes dargebracht werden musste.
Gott ruft später durch Jesaja dem Volk zu (Jes. 43,24): „Du hast mir Arbeit gemacht mit deinen Sünden.“ Er änderte diesen Zustand endgültig (Jes. 44,22): „Ich vergebe dir deine Schuld, kehre dich zu mir um, denn ich erlöse dich.“
Jesus Christus ist das Opferlamm Gottes (Röm. 3,25): „Den hat Gott ... hingestellt als Sühne in seinem Blut ..., indem er Sünden vergibt.“ 1. Petr. 2,24: „..., der mit seinem Leib unsere Schuld an das Holz geheftet hat ...“. Wir dürfen leben, weil er das Opfer gebracht hat. Danke, Vater im Himmel, für deine Liebe zu mir.
Matthäus 5,1-24; Hebräer 10,1-18
Von Ueli Stettler
Dieser Tora-Abschnitt beschäftigt sich mit Gesetzen und Anordnungen für die fünf verschiedenen Opfer (Brand-, Speise-, Friedens-, Sünd- und Schuldopfer). Die Reihenfolge der Opfer stellt die Sichtweise Gottes dar. An erster Stelle steht die Versöhnung und Heiligung, dann folgt die Weihung des Lebens. Folge davon ist der Friede mit Gott. Erneute Sünde und Schuld erfordern neue Vergebung durch Sünd- und Schuldopfer.
Der Hebräerbrief macht deutlich, dass Jesus, der jüdische Messias, jeden Aspekt dieser Opfer erfüllt hat. Er hat das vollkommene Opfer gebracht. Niemand braucht und kann dieses Opfer wiederholen oder ergänzen. Durch Jesus sind wir geheiligt (Hebr. 10,4). Damit haben wir alles, was wir zum Leben und zum Sterben brauchen: Vergebung, Freiheit und Hoffnung auf ewiges Leben bei Gott. Lasst uns heute Jesus Christus danken für sein einmaliges Opfer, das uns die unendliche Liebe Gottes zeigt.
Alle Opfer mussten gesalzen werden (3. Mo. 2,13). Im Tempel gab es eine Salzkammer. Salz war eine unentbehrliche Speisezutat, weil es die Bildung von Fäulnis verhindert.
Im Neuen Testament wird das Salz ebenfalls erwähnt. Jesus wusste um die Bedeutung des Salzes im Blick auf seine Zuhörer, als er in der Bergpredigt sagte: „Ihr seid das Salz der Erde, wenn aber das Salz fade geworden ist, womit soll es gesalzen werden?“ (Mt. 5,13). Gott hat uns „schmackhaft“ gemacht. Mit dem, was Gott in uns hineingelegt hat, sollen wir als seine Jünger wirken. Er hat uns bestimmt, zum Heil der Welt zu leben. So sind Christen unentbehrlich für die Welt. Alles hängt davon ab, dass wir unsere Funktion erfüllen.
Samstag, 8. März 2008
Pekudej – Die Zählung
2. Mose 38,21 - 40,38; 1. Könige 7,51 - 8,21
Samstag, 1. März 2008
Wajakhel – Er versammelte
2. Mose 35,1 - 38,20; 1. Könige 7,40-50
Von Ueli Stettler
Zu Beginn dieses Abschnitts gibt Gott erneut die Anweisung, den Ruhetag einzuhalten. Bevor die Arbeit am Heiligtum, der Stiftshütte, beginnt, will Gott seinem Volk am Schabbat begegnen.
Jetzt gilt es, die schon vorher beschriebenen Anweisungen zum Bau der Stiftshütte auszuführen. „Genau wie der HERR es Mose geboten hatte, hatten die Israeliten alle Arbeiten ausgeführt. Und Mose sah dies ganze Werk an, und siehe, sie hatten es gemacht, wie der HERR geboten hatte. Und er segnete sie“ (2. Mo. 39,42-43). Das Heiligtum wird genau nach dem perfekten Plan Gottes gebaut. Nichts bleibt der menschlichen Vorstellung überlassen. So konnte Gott sie segnen und die Wohnung mit seiner Gegenwart und Herrlichkeit erfüllen (2. Mo. 40,34-35).
Gottes Wort gilt auch für jeden Aspekt unseres Glaubenslebens und für unsere Mitarbeit im Reich Gottes. Gehorsam gegenüber Gott und seinem Wort ist die erste Pflicht, damit er sich durch uns verherrlichen kann.
Markus 6,53 – 7,9; 2. Korinther 4,7-15 Matthäus 21,12-17; Hebräer 9,1-15
Von Catherine Meerwein
Im Alten Testament ist das Thema Reinigung und Reinheit eng mit der Stiftshütte oder dem Tempel verbunden.
Zur Zeit Jesu, als der Tempel noch stand, galt dies immer noch. Jesus setzt sich dafür ein, dass der Tempel dem Gebet, der Gemeinschaft mit Gott, dient, und nicht bloß ein Ort des Handels ist (Mt. 21,13). Doch Reinheit geht weiter als Hygiene. Es geht nicht um die rein äußerliche Einhaltung von Geboten, sondern um das Herz (Mk. 7,6). Das Blut von Jesus reinigt uns von toten Werken, damit wir Gott in der richtigen Art und Weise dienen können (Hebr. 9,14). Jesus macht uns also rein. Gleichzeitig bedeutet das aber auch, dass wir uns auf diese Reinheit nichts einbilden können, da sie ein Geschenk ist. Wenn wir an unsere menschlichen Grenzen stoßen, können wir nur mit Paulus bekennen: „Wir haben diesen Schatz in irdenen Gefäßen, damit die überschwängliche Kraft von Gott sei und nicht von uns“ (2. Kor. 4,7).
Jesus, ich danke dir, dass ich durch die Vergebung und Reinigung durch dein Blut jeden Tag eine neue Chance bekomme, nach deinem Willen zu leben.
Samstag, 23. Februar 2008
Ki Tissa – Wenn du zählst
2. Mose 30,11 – 34,35; 1. Könige 18,1-39 (4. Mose 19, 1-22); Hesekiel 36,16-38
Von Jurek Schulz
Unser Text beginnt mit der Verpflichtung zur Abgabe des halben Schekels für jeden Mann über 20 Jahren. Dies diente zur Erhaltung des Zeltes der Begegnung, der Stiftshütte. Doch bevor Gott seinem Volk Israel wirklich begegnen konnte, machte sich das Volk gegenüber Gott schuldig, indem es während der 40-tägigen Abwesenheit von Mose ein goldenes Götzenbild errichtete. Das führte zu einem schmerzhaften Gerichtshandeln Gottes. Immer wieder ist Israel herausgefordert, sich zu entscheiden, wem die Menschen wirklich dienen wollen: Dem lebendigen Gott oder den toten Götzen. Das kommt besonders bei Elia zum Ausdruck.
Alle Verpflichtungen Gottes gegenüber Israel, z.B. das Halten der Feste oder die Beachtung des Schabbats, hinderten das Volk nicht daran, immer wieder von Gott abzufallen. Dennoch ringt Gott mit einem neuen Versprechen um sein Volk. Er will das Herz des Menschen verändern. Nicht mehr die Schuld steht im Vordergrund, sondern die Botschaft: „Ich will euch ein neues Herz und einen neuen Geist geben.“ Aber nicht nur der Mensch, sondern auch das Land erfährt eine Fülle von Verheißungen. Durch das Kommen des Messias Jeschua hat sich das insofern erfüllt, dass der Geist Gottes, wie in Jesaja 42,1-4 angekündigt, kam (Matth. 12,18). So wird jeder „von Neuem geboren“, d.h. der Geist Gottes zieht in ihm ein, der an Jesus glaubt (Joh. 3,16). Hier liegt die eigentliche Chance der Veränderung und des Segens für Israel.
Lukas 9,28-36; 2. Korinther 3,1-18
Von Annemarie Obrist
Jede persönliche Begegnung mit Gott hinterlässt Spuren. Das sahen die Israeliten bei Moses (2. Mo. 34,29-35), die Jünger bei Jesus (Lk. 9,29) und das sehen die Mitmenschen an uns Christen (2. Kor. 3, 2-3).
Ein prächtiger Sonnenuntergang ist nur ein Abglanz der Herrlichkeit Gottes. Wie viel herrlicher muss das Gesicht von Mose nach der Begegnung mit Gott geglänzt haben, denn das Volk fürchtete sich, sich ihm zu nahen (2. Mo. 34,30). Auch wir dürfen uns heute dem Herrn zuwenden und von seinem Heiligen Geist erfüllt werden. Je mehr wir unser Leben von ihm bestimmen lassen, desto größer ist unser Anteil an Gottes Herrlichkeit (2. Kor. 3,17-18). Und diese Herrlichkeit wird nicht verblassen wie damals bei Mose, sondern ewig bestehen (2. Kor. 3,11).
Doch noch liegt auf vielen Herzen eine Decke (2. Kor. 3,15-16), die nur dann weggenommen wird, wenn die Menschen sich dem Herrn zuwenden.
Danke Herr, dass du heute noch um dein Volk und um jeden einzelnen Menschen wirbst und wir den Heiligen Geist empfangen und unverdient deine Herrlichkeit sehen dürfen.
Samstag, 16. Februar 2008
Tetzawa – Du sollst befehlen
2. Mose 27,20-30,10; Hesekiel 43,10-27
Von Hanspeter Obrist
Die Heiligkeit Gottes erforderte besondere Opfer und Kleidung für Aaron und seine Söhne, um in seinen Dienst zu treten. Auf Aarons Stirnband stand geschrieben: Heiligkeit dem Herrn (2. Mose 28,36). Sünde oder Rebellion hat vor Gott keinen Platz. Sie muss gesühnt werden. Wir haben in Jesus einen vollkommenen Hohepriester, denn er ist heilig, sündlos, unbefleckt und höher als die Himmel geworden. Er hat es nicht nötig, zuerst für die eigenen Sünden Schlachtopfer darzubringen und dann für die Sünden des Volkes. Für uns hat er dies ein- für allemal getan, als er sich selbst darbrachte (nach Heb. 7,26-27). Durch dieses Opfer werden wir geheiligt und daraus folgt, dass wir Gott gemäß leben möchten. Gott sagte: „Seid heilig, denn ich bin heilig“ (3. Mose 11,44). Wir sollen als Ebenbild Gottes diesen Wesenszug würdevoll repräsentieren und seine Anweisungen beachten.
Matthäus 9,18-26; Hebräer 13,10-16
Von Catherine Meerwein
Im Alten Bund forderte Gott, dass Tiere geopfert wurden, um Aaron und seine Söhne sowie den Altar für den Dienst zu weihen. Versöhnung mit Gott erforderte ein stellvertretendes Opfer. Seit Gott selbst Mensch geworden und Jesus als stellvertretendes Opfer gestorben ist, hat sich dies grundlegend geändert. Der Glaube an Jesus genügt, um mit Gott versöhnt zu werden, um geheilt zu werden, ja sogar, um Tote aufzuwecken. Das Entscheidende ist, sein ganzes Vertrauen auf Jesus zu setzen, wie es die blutflüssige Frau tat (Mt. 9,22).
Und doch wünscht sich Gott Opfer von uns, allerdings nicht mehr Tieropfer, sondern Lobopfer. Wir sollen ihn mit Worten und Taten loben (Hebr. 13,15-16). Wir können Gott loben, indem wir Gutes tun und mit anderen teilen.
Jesus, wir loben dich, dass du das vollkommene Opfer bist, das jeder in Anspruch nehmen kann, der auf dich vertraut.
Samstag, 9. Februar 2008
Terumah – Hebe / Abgabe
2. Mose 25,1 – 27,19; 1. Könige 5,26 – 6,13
Von Ueli Stettler
Nachdem Gott sein Volk aus Ägypten an den Berg Sinai geführt hatte, gab er ihnen seine guten Weisungen (Tora). Als sichtbares Zeichen, dass Gott unter seinem Volk wohnt, sollen sie jetzt ein Heiligtum errichten, ein Zelt der Begegnung (Stiftshütte) (2. Mo. 25,8). Dieses Heiligtum soll Israel ständig an Gottes Gegenwart erinnern und zu einem gottgeweihten Leben herausfordern.
Die Stiftshütte und ihre Einzelteile sind Abbilder von Gottes endgültiger Erlösung in Jesus Christus. Für die Herstellung aus unterschiedlichsten Bestandteilen und Materialien fordert Gott von seinem Volk eine Opfergabe. „Von einem jeden, den sein Herz dazu treibt, sollt ihr die Abgabe (Terumah) an mich annehmen“ (2. Mo. 25,2).
Gott ist sicher nicht auf unsere Gaben und Gelder angewiesen. „Mein ist das Silber, und mein ist das Gold“, heißt es in Haggai 2,8. So bekam Israel das Manna und das notwendige Wasser in der Wüste umsonst.
Durch Gottes Forderung, Gaben zu entrichten, soll die Haltung der Herzen getestet werden, „nur, wer es gerne tut, soll mir etwas geben“ (2. Mose 25,2 nach „Hoffnung für alle“). Gott geht es also nicht zuerst um die Größe der Gabe, sondern darum, ob wir diese fröhlich und von ganzem Herzen geben (2. Kor. 9,7).
Machen wir uns immer wieder bewusst, wie reich wir beschenkt sind, vor allem durch Jesus Christus, unseren Erlöser. Dann werden wir auch fröhlich und von Herzen gerne geben.
Matthäus 6,19-34; 2. Korinther 9,1-15
Von Jurek Schulz
Wer hat je davon gehört, dass nach einem Sonderspendenaufruf mehr als genug zusammen kam und ein „stoppt die Spendenflut“ ausgerufen wurde? Genau das ereignete sich beim Bau der „Stifthütte“ (2. Mo. 36,3-5). Mose hatte genug bekommen. Er rief ein „Stopp“ aus, nachdem ein Aufruf zum Spenden für das Heiligtum ausgegangen war. Mose legte die Betonung auf Teruma (2. Mo. 25,2), d.h. er bat um eine freiwillige, eine aus dem Herzen kommende Abgabe.
Um einen geistlichen Umgang mit den irdischen Gütern geht es auch Paulus in den beiden Kapiteln des 2. Korintherbriefs 8-9. Er wünscht sich die freiwillige, aus dem Herzen kommende Abgabe (2. Kor. 9,7). Jesus macht in der Bergpredigt deutlich, dass der geistlich orientierte Mensch primär für die Belange des Reiches Gottes eintritt. Denn wer die Reichtümer der Welt sucht, läuft Gefahr, ein Sklave des Geldes zu werden (Mt. 6,19.24). Wer zu Gütern gekommen ist, darf sein Herz nicht verschließen (Lk. 10,30-37; 16,19-31).
Wir beobachten immer wieder, dass genügsame Menschen oft von ganzem Herzen opfern, was sie haben. Ihnen gehört unser herzliches Dankeschön. Wir können Gott nur preisen für seine Güte. Paulus schreibt, dass keiner Mangel hat, wenn wir uns gegenseitig beschenken (2. Kor. 9,11-15).
Samstag, 2. Februar 2008
Mischpatim – Rechte
2. Mose 21,1 - 24,18; Jeremia 33,25-26; 34,8-22
Von Jurek Schulz
Passend zu Israels neuer Freiheit soll im neuen Land eine neue Rechtsordnung herrschen. Das gesellschaftspolitische Leben Israels soll von einer Ethik bestimmt werden, welche die Gerechtigkeit Gottes dokumentiert. Diese Prinzipien geben dem jüdischen Volk einen eigenen Charakter. So wird der Umgang mit Menschen unterschiedlicher sozialer Stellungen (Sklaven, Mägde und Schwache) geregelt, aber auch die zivile Haftpflicht bei Sachschäden, Körperverletzungen und Verschuldung und die Strafe für kriminelle Handlungen wie Diebstahl, Einbruch und Vergewaltigungen. Sogar der Agrar- und Tierschutz wird von Gott eingeführt, aber auch der Umgang mit Feinden und vieles mehr. Alles in allem ist es das fortschrittlichste Regelwerk in der damaligen Welt.
Diese Ordnungen haben die Heiligung und Erziehung des Volkes Israels zum Ziel. Da sich die Schuldhaftigkeit der Menschen selbst bei heiligsten Zeremonien zeigt, bestimmt Gott auch die Ordnung der drei großen Wallfahrtsfeste und kündigt die Niederschrift der Zehn Gebote an.
Durch diese Gesellschaftsordnung erfüllt sich, was Gott gern möchte: Ihr sollt heilig sein (Gottes Ebenbild), denn ich bin heilig (3. Mose 11,44-45).
Gerade die Nichtbeachtung dieser Ordnungen Gottes führte dazu, dass Israel unter das Gericht Gottes gestellt wurde, wie Jeremia deutlich machte. Das Gesetz erzieht, doch die Gnade siegt. Israel und auch wir dürfen durch Jesus für immer Gnade erfahren (1. Petr. 1,16-19; 2,21-25).
Johannes 14,15-28; Jakobus 1,21-27
Von Hanspeter Obrist
Gott gab dem Volk Israel verschiedenste Gebote und Verordnungen, die das tägliche Leben regelten. Doch den Menschen fiel es schwer, sich aus eigener Kraft daran zu orientieren. Durch die Vergebung in Jesus erhalten wir den Heiligen Geist. Er steht uns bei (Joh. 14,16) und zeigt uns die Wahrheit (Joh. 14,17). Er offenbart uns auch das große Geheimnis, dass der Vater und der Sohn eins sind (Joh. 14,20). Er lehrt uns alles, was wir brauchen (Joh. 14,26) und er gibt uns seinen übernatürlichen Frieden (Joh. 14,27). Wir können unser Leben unter seiner Führung und Leitung neu gestalten. Wenn wir Jesus lieben, befähigt er uns immer mehr, sein Wort zu halten (Joh. 14,23). Die Beziehung zu Gott ist sehr persönlich, denn Gott wohnt bei uns (Joh. 14,23). Jakobus ermahnt uns, Täter des Wortes zu sein (Jak. 1,22). Denn wer in das vollkommene Gesetz der Freiheit in Christus hineingeschaut hat und es auch befolgt, der ist ein glücklicher Mensch (Jak. 1,25). Gott hat uns alle Voraussetzungen gegeben, ein Leben nach den Gedanken Gottes zu führen. Wer auf seine Worte achtet, wird nicht immer ein leichtes Leben haben, doch ein reich gesegnetes. Er empfängt, was ihm die ganze Welt nicht bieten kann: Gottes Frieden und ein Ruhen in Gottes Hand.
Danke Vater, dass du uns in Jesus vom Gericht des Gesetzes befreit hast und uns durch den Heiligen Geist lehrst deinen Willen zu tun. Amen.
Samstag, 26. Januar 2008
Jetro – Jitro
2. Mose 18,1 - 20,26 / Jesaja 6,1-7; 7,1-6; 9,5-6
Von Hanspeter Obrist
Gott gebrauchte Jetro, um Mose eine wichtige Lektion zu lehren. Nur wenn wir andere haben, die uns zur Seite stehen, werden wir bestehen können (2. Mose 18,23). Im Reich Gottes sollen wir einander dienen, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat (1. Petrus 4,10). Die Zehn Gebote, die Mose gleich anschließend erhält, geben uns die Leitlinien des Miteinanders. Das letzte Gebot ist zugleich eines der schwierigsten, weil wir nicht begehren sollen, was der Nächste hat. Hier sind wir herausgefordert selbstlos den Nächsten zu lieben und uns mit ihm zu freuen. Dies können wir nur, wenn wir uns dem anvertrauen, von dem es heißt: „Wunderbarer Ratgeber, starker Gott, Vater der Ewigkeit, Fürst des Friedens“ (Jes. 9,5). Dieses verheißene Kind wurde in Jesus Wirklichkeit. Jesus verändert unser Herz und stellt uns Glaubensgeschwister zur Seite, die uns ermutigen und Lasten mittragen. Denn an der Liebe untereinander soll jedermann erkennen, dass wir Jesu Jünger sind (Joh. 13,35).
Matthäus 13,1-23; Römer 7,1-25
Von Ueli Stettler
Dieser Toraabschnitt beginnt mit dem Besuch des midianitischen Priesters Jitros, dem Schwiegervater Moses, der sich über all das Gute freut, das Gott an Israel getan hatte. Auch wir wollen uns als Nichtjuden über das freuen, was Gott in unserer Zeit an seinem Volk Israel tut, und Gott dafür loben.
Das Volk Israel ist am Berg Sinai angekommen. Hier beginnt die Geschichte des Bundesvolkes. Bevor Gott Bedingungen und Forderungen an sein Volk stellt, erinnert er an seine Güte, wie er es befreite und zu sich brachte (2. Mo. 19,3.4).
Obwohl die ganze Erde Gott gehört, soll Israel Gottes besonderes Eigentum und ein Volk des Segens werden. Es soll der Welt die Erkenntnis des einen wahren Gottes bringen und ein heiliges Priestervolk sein, abgesondert für Gottes Absichten mit ihm (2. Mo. 19,5-6). Dafür gab Gott ihnen die guten Weisungen und Ordnungen, die Tora (2. Mo. 20).
Dennoch gibt es mit dem Gesetz ein Problem: Es ist gut, aber in uns wohnt die Sünde, und es ist zu schwach, uns davon zu retten. Allein Gott hat es getan durch Jesus Christus (Röm. 7,1-25). Die Erlösung und die Vergebung der Sünden ist deshalb der Inhalt des Neuen Bundes, den der jüdische Messias Jesus für sein Volk und alle Menschen gestiftet hat. Durch den Neuen Bund wurde Israel und auch wir befähigt, Gottes vollen Segen zu empfangen und weiterzugeben. Entscheidend ist, dass wir Gottes Wort und seinem Geist Raum geben, und dass wir alles in unserem Leben entfernen, was davon abhält, dass sein Wort in unserem Herzen reiche Frucht bringt (Mt. 13,1-23).
Samstag, 19. Januar 2008
BeSchalach – Als er ziehen ließ
2. Mose 13,17 – 17,16
Von Ueli Stettler
Sinngemäß sind die Worte „Be’schalach Pharao at Ha Am“ mit „als Pharao das Volk ziehen ließ“ wiederzugeben. In diesem Bibeltext findet Israels Auszug aus Ägypten seine Fortsetzung. Der Abschnitt beginnt mit dem Durchzug durch das Schilfmeer in Kap. 14. Nach diesem großen Wunder singen Mose und Israel das Lied der Erlösten (Kap. 15). Die beiden nächsten Kapitel beinhalten die Klagen des Volkes Israel und wie Gott ihre Bedürfnisse mit Manna und Wachteln stillte und sie mit Wasser aus dem Felsen versorgte.
Auch als Nachfolger Jesu befinden wir uns auf der Reise durch die Wüste dieser Welt. Das Ziel ist das verheißene Land, die ewige Herrlichkeit beim Vater. Auf diesem Weg merken wir, dass alte Probleme und Nöte immer noch da sind. Trotz der Befreiung durch Christus versucht uns Satan, unser Feind, ins alten Leben und in alte Verhaltensmuster zurückzuholen, wie damals der Pharao es mit Israel versuchte. Oder da sind Führungen, die wir nicht verstehen, oder Lasten, die uns untragbar schwer vorkommen. Wie das Volk Israel stellen wir uns die Frage: Warum Herr? Dabei ist die Gefahr ist groß, dass wir anfangen zu klagen und zu murren – so wie das Volk Israel es auch tat.
Gott gibt uns, wie damals dem Volk Israel, ein Wort auf den Weg. „Fürchte dich nicht, stehe still und sieh die Rettung, die der Herr bereitet hat. Er wird für dich streiten, aber gehe vorwärts, brich auf!“ (14,13-15).
Wie gut, dass Gott trotz Klagen und Murren barmherzig war mit seinem Volk damals, und mit uns heute. Er hört unser Schreien. Er sorgt und versorgt seine Leute! Lasst uns dafür unseren Vater im Himmel preisen und ihn erheben (2. Mose 15,2)!
Markus 4,35-5,20; 1. Korinther 10,11-13
Von Jurek Schulz
Wir erinnern uns noch gut an den mit großer Zerstörungskraft wütenden Sturm „Kyrill“ über Westeuropa vor ein paar Tagen. In Markus 4,37-38 lesen wir, wie die Todesangst die Jünger Jesu packte, nachdem ein Sturm die Fischerboote erfasst hatte, und sie dachten: „Dies ist die letzte Stunde.“ Doch der Herr ist gewaltiger als jeder vermutete. Er brachte den Sturm zum Stillstand. Die Jünger des Messias staunten in Ehr-Furcht über die Allmacht Jesu: „Sogar Wind und Meer gehorchen ihm“ (Mk. 4,41).
Wir haben bereits in 2. Mose 14,31 die Ehr-Furcht der Israeliten vor diesem majestätischen Gott gesehen, dem Wind und Meer gehorchten, um sie aus der Todesgefahr beim Auszug aus Ägypten zu befreien. Auch da hat Gott die Naturgewalten außer Kraft gesetzt und Israel durch das Meer hindurch errettet.
Wir erleben auch manches Mal schwerste „Stürme“; unabhängig, ob wir sie selbst verursacht haben, oder ob sie einfach über uns hereinbrechen. Ebenso sind Gottes Fügungen auf unserem Lebensweg manchmal rätselhaft.
Gerade wenn Gefahren drohen, werden wir versucht, aus eigener Kraft zu handeln. Doch unser Wort heute ist eine Ermutigung, Gott ganz zu vertrauen: „Gott ist treu“ (1. Kor. 10,13). Er hilft uns auch in den stürmischsten Zeiten! So haben das die Jünger und so hat das Israel erlebt. Der Allmächtige segne Sie!
Samstag, 12. Januar 2008
Bo – Komm!
2. Mose 10,1-13,16; Jer. 46,13-28
Von Jurek Schulz
Die Endphase des Gerichtshandeln Gottes an Ägypten tritt ein. Wir werden Zeugen des Ringens zwischen den Befehlen Gottes und der Widerspenstigkeit des Pharao. Am Ende vollzieht sich die Geburt einer neuen Nation: Israel. Nicht als Sklavenvolk, sondern als freies Volk nach 430 Jahren Zwangsarbeit sind sie nun in die Ordnungen Gottes berufen. Schon auf dem Weg in die neue Heimat sollen sie zur Erinnerung für alle künftigen Generationen das Pessach-Fest halten. Die ständige Erinnerung an das Sklavenhaus Ägypten und die mächtige Befreiung daraus muss wach bleiben.
Gerade dieses Fest symbolisiert, wie Israel durch das stellvertretende Opfer mit Gott in Übereinstimmung kam. Später muss Jeremia erneut Gerichtsworte über Ägypten sprechen, denn trotz dieser Erfahrung dienten sie weiterhin den Götzen.
So ist es die richtige Konsequenz, wenn unser Abschnitt mit „Komm“ wiedergegeben wird. Lasst uns zu diesem majestätischen Gott kommen. Das Opfer von damals ist vollendet in dem stellvertretendem Opfer, das sein einzig gezeugter Sohn für uns geleistet hat (Hebr. 10,14). Pessach bedeutet heute: „Komm und anerkenne die großen Taten Gottes, auf dass wir ebenso in seinen Ordnungen leben.“
Lukas 22,7-30; Offenbarung 5,1-14
Von Annemarie Obrist
Einzig und allein das Blut eines makellosen Lammes konnte bei der zehnten Plage den Tod der Erstgeburt verhindern. Nur wer Gottes Anweisungen umsetzte, wurde vom Tod verschont. Gott hat dem Volk vor dem Auszug aus Ägypten befohlen, zur Erinnerung an diese spezielle Nacht jedes Jahr das Passah als Fest für den Herrn zu feiern. Er will, dass wir anderen von seinen Wundern erzählen. Viele Jahre später folgte an präzise diesem Fest ein noch größeres Wunder: Jesus, das makellose Lamm Gottes, opferte stellvertretend für uns Menschen sein Leben und trägt die Sünde der Welt (Joh. 1,29). Bei jedem Abendmahl sollen wir an seinen für uns geopferten Leib, sein für uns vergossenes Blut und den neuen Bund denken. In der Ewigkeit wird wiederum das Lamm das Zentrum unseres Lobpreises sein.
Jesus hat das Passahfest ganz neu geprägt und uns den Weg vom Tod ins Leben ermöglicht. Was für ein gewaltiges Geschenk der Liebe! Bin ich bereit, das von Jesus für mich geopferte Blut anzunehmen und mir dadurch Vergebung meiner Schuld und ewiges Leben schenken zu lassen? Die Überschrift dieses Abschnittes ermutigt uns dazu: Bo – Komm!
Samstag, 5. Januar 2008
Wa’era – Ich erschien
2. Mose 6,2-9,35; Hesekiel 28,25-29,21
Von Hanspeter Obrist
Gesandt von Gott, erschienen Mose und Aaron vor dem Pharao in Ägypten, um ihn zu bitten, das Volk Israel ziehen zu lassen. Doch der Pharao dachte nicht im Traum daran. Gott versprach Mose, dass er dafür sorgen werde, sie aus der Versklavung herauszuführen (2. Mose 6,6-7). Gott ließ durch Mose verschiedene Plagen ankünden. Nach der dritten Plage sagten sogar die Priester des Pharao, dass dies der „Finger Gottes“ sei. Doch der Pharao verstockte immer wieder sein Herz.
Wie oft kündet sich Gott auch im Leben von uns Menschen an. Zuerst freundlich bittend, doch viele verwerfen sein Werben. Wenn sie in der Folge die Früchte ihrer Ablehnung ernten, verstocken sie ihr Herz noch mehr. In Hesekiel 28,25-26 verheißt Gott, dass er Israel aus den Völkern sammeln wird und Strafgericht halten wird über alle, die sie verachteten. Alles auch mit dem Ziel, dass sie erkennen, wie Gott ist. Je deutlicher Gott erscheint, desto härter wird es für alle, die nicht auf ihn hören wollen. Zugleich erfahren seine Kinder, wie er für sie sorgt. Jesus, der jüdische Messias, hat seinen Nachfolgern versprochen: „Ich bin immer bei euch, bis das Ende dieser Welt gekommen ist!“ (Matthäus 28,20 nach Hfa).
Lukas 11,14-23; Römer 9,14-33
Von Ueli Stettler
Israel steht am Tiefpunkt seiner Versklavung in Ägypten. Der Frondienst ist unerträglich geworden und die Lage aussichtslos. Selbst der von Gott berufene Mose will aufgeben.
Gott aber hat sein Volk nicht vergessen (2. Mo. 6,5). Die Erlösung und Befreiung naht. Auch wir machen immer wieder die tröstliche Erfahrung: Wenn wir mit unseren Möglichkeiten am Ende sind, beginnt Gott zu handeln.
Bevor sich aber Gottes Volk auf den Weg in die Freiheit begibt, demonstriert der Allmächtige seine Macht in Ägypten. Es bewahrheitet sich: Wer Gottes Volk antastet, der wird von Gott gerichtet (1. Mo. 12,3; Joel 4,1.12). Die 10 Plagen zeigen auch, dass die sichtbare und unsichtbare Welt Gott untertan ist.
Damals als Jesus auf diese Erde kam, war es auch finster. Die Menschen waren halt- und führerlos. Das Volk Israel litt unter der Tyrannei Roms und vor allem unter der Sklaverei der Sünde. Jesus zeigte durch seine von Gott gegebene Vollmacht seine heilende und befreiende Kraft über alle gottfeindlichen und bösen Mächte (Lk. 11,14ff.).
Zum Freuen: Wenn die Nacht am dunkelsten ist, sind der Tag und damit die Hilfe Gottes und seine Erlösung nicht mehr fern. Das gilt für Sie und auch für das jüdische Volk.
Samstag, 29. Dezember 2007
Schemot – Namen
2. Mose 1,1 - 6,1; Jesaja 27,6 - 28,13; 29,22-23
Von Ueli Stettler
Das 2. Buch Mose beginnt mit „Dies sind die Namen …“, deshalb gab man der Toralesung dieser Woche den Namen „Schemot – Namen“. Der Abschnitt beschreibt u.a. auch die Geburt des jüdischen Volkes. Das Erste, was die Tora von der jüdischen Geschichte berichtet, ist die Verfolgung der Juden in Ägypten durch Pharao. Aber Gott ließ es nicht zu, dass sein Volk ausgelöscht wurde und wird. Er brauchte mutige Personen wie die Eltern des Mose, Satis (Wasser des Lebens), die Tochter des Pharao, und die beiden gottesfürchtigen ägyptischen Hebammen Siphra (schön) und Pua (anmutig). Sie befolgten den Befehl des Pharao nicht, alle hebräischen Knaben zu töten. Gott schenke uns auch heute den Mut, dass wir uns für das Leben und gegen jede Form von Antisemitismus einsetzen.
Mose (hebr. Mosche) heißt übersetzt „aus dem Wasser gezogen“. Im Buch Exodus steht sein Name im Vordergrund. Er war berufen die Hebräer aus dem Sklavenhaus Ägyptens herauszuziehen. Wir sehen: Name ist „Programm“ und Berufung. Im Neuen Testament steht der Name Jesu (hebr. Jeschua) im Vordergrund. Auch sein Name ist Programm: „Er wird sein Volk (die Juden und auch uns Nichtjuden) retten von ihren Sünden“ Matth. 1,21). Dieser Name muss allen Menschen, auch den Juden verkündet werden! Helfen Sie mit, z.B. indem Sie sich jetzt einige Augenblicke Zeit nehmen und für die Anliegen dieser Gebetsmail beten, vielen Dank!
Lukas 1,26-45; 1. Korinther 14,13-26
Von Jurek Schulz
In Jesaja 29,23 lesen wir, dass Israel den „Heiligen Jakobs“ heiligen wird. Dies ist eine der vielen messianischen Weissagungen auf Jeschua hin.
Der Satan wollte Israel in Ägypten durch die Vernichtung ihrer Kinder ermorden. Niemals wäre dann der „Heilige Jakobs“ als Messias der Welt erschienen. Erneut versuchte er die Vernichtung des „Heiligen Jakobs“ durch den bestialischen Kindermord nach Jesu Geburt anzustreben (Mt. 2,16-18).
Doch der Engel Gabriel sprach die prophetischen Worte über Jesus zu Maria, dass er König sein werde über das Haus Jakobs in Ewigkeit (Lk. 1,33). Die Freude, die Maria bei diesen Worten erlebte, erlebten jüdische Menschen durch alle Epochen hindurch, wenn sie den „Heiligen Jakobs“ erkannten in der Person Jesu.
Das Wesentliche für uns ist, dass Jesaja 28,12, nicht vergessen wird: Gott schafft dem Ermüdeten Ruhe. So soll der „Ruheraum“ für Ermüdete, die Gemeinde des Messias, ein Ort sein, wo alle Dienste zur Erbauung einander dienen (1. Kor. 14,26). Nur dadurch wird der „Heilige geheiligt“ durch uns.
Samstag, 22. Dezember 2007
Wajechi – Er lebte
1. Mose 47,28 - 50,26; 1. Kön. 2,1-12
Von Jurek Schulz
In unserem Abschnitt heute begegnet uns die Realität des Todes. Große Patriarchen wie Jakob, Josef und David bereiteten sich auf die letzte Reise vor.
Jakob gab vor seinem Tode prophetisch den Segen Gottes weiter, den er für seine Kinder von Gott empfangen hat. Ebenso bestimmte er den Ort seines Begräbnisses, das Land, das Gott ihm versprochen hatte, Israel.
Josef wirkte Großes unter dem Segen Gottes, indem er ganz Israel vor dem Hungertod rettete. Doch auch er musste sich dem Tod beugen und bereitete sich darauf vor. Selbst David, der große König Israels, der eine überaus große messianische Bedeutung hatte, bereitete sich auf seine letzte Reise vor, wie es uns hier überliefert wurde. Doch nicht der Tod soll das letzte Wort haben, sondern die Tatsache, dass ER lebt, ist das letzte Wort, das uns die Patriarchen mit ihrem Lebenszeugnis hinterlassen haben. Das prophetische Wort von Jakob an Juda, das durch den Messias eine neue Realität auf der Erde entstehen wird, hat sich noch nicht bis in alle Details erfüllt. Aber eines hat sich erfüllt, die Verstorbenen sind zur Ruhe Gottes eingekehrt – weil ER lebt.
Apg. 1,1-11; 1. Tim. 4,1-8
Von Hanspeter Obrist
Wie wird wohl unser Abschied von dieser Welt aussehen? Jakob gab bei seinem Tod den Segen weiter, so wie auch andere Patriarchen. Die Jünger beschäftigte beim Abschied von Jesus die Frage, wann das Reich für Israel wieder hergestellt würde. Jesus erwiderte, dass der Vater im Himmel diesen Zeitpunkt festsetzt. Viel wichtiger sei es, jetzt in der Kraft des Heiligen Geistes Zeugen zu sein in Jerusalem, Judäa, Samaria und bis ans Ende der Erde. Es ist nicht unsere Aufgabe, über Gottes Zeitplan zu spekulieren. Wir sollen den Blick auf die Menschen um uns herum richten, die noch nie die Gelegenheit hatten, die Gute Nachricht zu hören. Auch Paulus möchte den Fokus auf das Zentrale richten. Gerade im Angesicht des Todes wird uns bewusst: Was wirklich zählt, ist Gottes Segen in unserem Leben und in dem unserer Mitmenschen. Er ist der, der wirkliches Leben gibt.
Samstag, 15. Dezember 2007
Wajigasch – Er trat heran
1. Mose 44,18 - 47,27 / Hesekiel 37,15-28
Von Hanspeter Obrist
Wir lesen mit dem jüdischen Volk die Geschichte von Josef. Durch alle Zeit erwartete das jüdische Volk einen Messias Ben Josef (Sohn von Josef). Josef wird zum Bild für den Messias. Josef prüfte seine Brüder hart. Doch es war nicht Rache, sondern er wollte, dass sie sich veränderten. Als er spürte, dass es ihnen ernst war, gab er sich ihnen zu erkennen.
Auch die Ägypter führte Josef in die Selbstaufgabe. Stufe um Stufe wurden sie dazu angeleitet, ihr ganzes Leben dem Pharao auszuliefern. Das Ergebnis erstaunt (1. Mose 47,25): „Du hast uns am Leben erhalten; lass uns nur Gnade finden vor dir, unserm Herrn, dann wollen wir Knechte des Pharao sein.“ Sie sind dankbar für die Fürsorge Josefs.
Gott fordert uns auch heute heraus. Er will damit unser Vertrauen in ihn und unsere Dankbarkeit stärken. Oft erkennen wir erst im Rückblick, dass Gottes gütige Liebe uns durch eine Not geleitet hat. So spricht auch Hesekiel (37,28): „Die Nationen werden erkennen, dass ich der Herr bin, der Israel heiligt, wenn mein Heiligtum für ewig in ihrer Mitte ist.“
Johannes 10,7-18; 1. Petrus 2,18-25
Von Ueli Stettler
Die Brüder konnten Josef damals in Ägypten nicht erkennen. Josef musste dazu die Initiative ergreifen.
Er vergab seinen Brüdern und erklärte: „Nicht ihr habt mich nach Ägypten gebracht, sondern Gott, um uns alle, auch die Ägypter, am Leben zu erhalten“ (1. Mose 45,5-8).
Auch Jesus ist, wie Joseph in Ägypten, die Lösung der verzweifelten Lage und der Weg zur Errettung für eine verlorene Welt. Jesus ist die Tür, die als einzige den Zugang zu Gott ermöglicht (Joh. 10,9).
Jesus ist auch der gute Hirte, der sich mit dem Einsatz seines Lebens dem „Wolf“ entgegenstellt (Joh. 10,11.12). Niemand ist von seiner Liebe ausgeschlossen. Zu seiner Herde gehören auch die Schafe, die sich noch in einem fremden Stall befinden (Joh. 10,16). Für sie alle hat er Leben im Überfluss bereit (Joh. 10,10).
Wie Josef war Jesus bereit, Unrecht zu ertragen und unschuldig zu leiden. Er durchbrach den Teufelskreis von Beleidigung und Gegenbeleidigung, von Gewalt und Gegengewalt. Jesus wusste, dass Gott ein gerechter Richter ist und seine Sache vertritt (1. Petr. 2,22.23).
Er hilft uns, dass wir nicht mehr unter allen Umständen unser Recht durchsetzen müssen, sondern uns gelassen in die Hände Gottes geben.
Samstag, 8. Dezember 2007
Mikez – Nach Ablauf
1. Mose 41,1 – 44,17; 1. Kön. 3,15 – 4,1
Von Jurek Schulz
Josef, der Geliebte. Die Eltern Josefs gaben ihm alle Fürsorge, Aufmerksamkeit und Liebe. Josef war die Erfüllung ihrer Gebete (1. Mo. 30, 23.24).
Josef, der Gehasste. Seine Brüder hassten ihn. Für 20 Silberlinge verkauften sie ihn als Sklave nach Ägypten (1. Mose 37,28). Unschuldig kommt er dort noch für zwei Jahre ins Gefängnis (1. Mo. 41,1).
Josef, der mit Gott Lebende. Mit 30 Jahren tritt eine erneute unvorstellbare Wende ein. Gott redete durch Träume zu Josef und gab ihm Weisheit, Träume zu deuten. Der Pharao verlangte nach ihm. Niemand konnte bisher in ganz Ägypten seine Träume deuten. Eine siebenjährige grauenhafte Hungersnot wurde dem Pharao durch Josef angekündigt. Vorher wird eine siebenjährige gute Erntezeit vorausgehen. Wegen seiner Weisheit macht der Pharao Josef zum Vizekönig (1. Mo. 41,2-57).
Josef, der Staatsmann, sichert das Überleben des Landes durch die Abgabe eines Fünftels aller Ernten. In der Hungersnot wurden die Reserven dann direkt an die Bedürftigen ausgeteilt. Da auch in seiner Heimat in Kanaan gehungert wurde kamen seine Brüder.
Josef, der Vergebende. In einem Prüfungsprozess will er die charakterliche Veränderung seiner Brüder testen (1. Mo. 42,2 – 45,8). Rückblickend stellt er die Führung Gottes fest. „Nun bekümmert euch nicht und denkt nicht, dass ich darum zürne, dass ihr mich verkauft habt. denn um eures Lebens willen hat mich Gott vor euch her gesandt (1. Mo. 45,5).
Beten wir, dass wir in allen Lebenslagen ein „Gott gehorsames Herz“ haben, indem die Weisheit Gottes wohnt. So erbat es auch schon Salomo (1. Kön. 3,9.28).
Matthäus 27,15-46; Römer 14,1-19
Von Jurek Schulz
Herr Jesus, unschuldig bist du in den Augen Judas: „Ich habe gesündigt, als ich einen Unschuldigen dem Tod auslieferte“ (Matth. 27,4). Pilatus, der römische Statthalter, fragte dich, bevor er dich der Kreuzigung preisgab: „Bist du der König der Juden?“ Seine Frau bat ihn noch darum, „den Unschuldigen in Ruhe zu lassen“ (V. 11.19). In die Menge fragend, was soll ich mit dir, genannt „der Messias“, machen, rief das Volk: „Kreuzige ihn!“ (V. 22.23). Du wurdest den Soldaten übergeben. Sie trieben ihr grausames Spiel mit dir. Du erduldetest unendliche Quälereien und sie machten sich über dich lustig: „Heil dem König der Juden.“ Auf deinem Kreuz war zu lesen: „Dies ist Jesus, der König der Juden“ (V. 27-38). Menschen beleidigten dich: „Bist du der Sohn Gottes, dann rette dich selbst.“ Vereint im Lachen spotteten sie: „Er ist also der König Israels? Soll Gott ihn retten, wenn er der Sohn Gottes ist.“ Herr Jesus, selbst die Mitgekreuzigten verschonten dich nicht. Du riefst: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ (V. 39-46). Doch da geschah das unbegreifliche Wunder. Du bist auferstanden und lebst (Matth. 28,6). Danke, Herr, dass wir dir glauben dürfen. Du bist wahrhaftig der Messias Israels und der Erlöser der Welt. Du bist auferstanden von den Toten und lebst. Herr, so predigen wir dich als den Gekreuzigten Messias. Noch heute den Juden ein Skandal und den Nichtjuden ein närrischer Witz.
Wer aber an dich glauben kann, dem bist du eine Weisheit Gottes, des Vaters (1. Kor. 1,23.30). In unserem Leben gilt, was bei dir schon war: „Ob wir leben oder sterben, wir gehören Dir, dem Herrn“ (Röm. 14,8).
Mittwoch, 5. – Mittwoch 12. Dezember 2007
Chanukka – das Tempelweih- und Lichterfest
4. Mose 7,1-17.42-47; 1. Mose 41,1 - 44,17; Jesaja 66,1.23; 1. Samuel 20,18.42; Sacharja 2,14 - 4,7
Von Ueli Stettler
Dieses Fest erinnert die Juden an eine der schlimmsten Verfolgungen in ihrer Geschichte, und wie Gott sein Volk von seinen Feinden errettet hat.
Im Alten Testament wird das Chanukkafest nicht erwähnt. Die Ereignisse um dieses Fest finden wir in den Makkabäerbüchern (Apokryphen).
Während drei Jahren wurde der Tempel von dem antisemitischen syrischen König Antiochus Epiphanes (Gott erscheint) geschändet und missbraucht. Er machte sich zum Gott. Er träumte von einem Weltreich mit einer Religion und einer Kultur. So verlangte er auch von den Juden, dass sie ihren Glauben aufgeben und ihn anbeten. Er verbot ihnen unter anderem die Beschneidung, das Feiern der Feste und des Schabbats. Der Höhepunkt der Gotteslästerung war, dass er die Menschen zwang, im Tempel Schweine zu opfern und zu essen, und dort einen Zeusaltar errichtete. Daniel hat diese Zeit vorausgesagt (Dan. 7,25).
Am 25. Kislev 164 v. Chr. wurde durch den jüdischen Makkabäeraufstand der Tempel wieder gereinigt und neu geweiht.
Chanukka ist auch als „Lichterfest“ bekannt. Denn im neu eingeweihten Tempel soll ein kleines Gefäß, in dem sich reines, geweihtes Öl nur noch für einen Tag befand, durch ein Wunder acht Tage gereicht haben. Deshalb wird das Fest acht Tage lang gefeiert. An jedem Tag wird auf dem achtarmigen Chanukkaleuchter ein Licht angezündet. Bei einem Abendspaziergang kann man in den Fenstern der jüdischen Häuser und auf öffentlichen Gebäuden die Lichter leuchten sehen. Dadurch hat das Fest eine starke Ähnlichkeit mit dem Weihnachtsfest mit den vielen Lichtern.
Jesus wurde an Chanukka die Messiasfrage gestellt (Joh. 10,22ff.). Die Juden forderten ihn heraus, sich als politischer Befreier zu betätigen.
Auch die messianischen Juden feiern Chanukka. Sie erinnern sich nicht nur an das Lichtwunder bei der Tempelweihung. Sie freuen sich an dem Wunder, dass Gott in Jesus Mensch geworden ist und den Weg zu Gott frei gemacht hat. Es ist ihr und unser Wunsch, dass noch viele Juden Jesus erkennen.
Vielen Dank für Ihr Mitwirken in der Fürbitte!
Samstag, 1. Dezember 2007
Wajeschew – Er wohnte
1. Mose 37,1 – 40,23; Amos 2,6 – 3,8
Von Catherine Meerwein
Die Bibelabschnitte dieser Woche zeigen, welche vielfältigen Folgen Sünde hat. Die besondere Liebe zu Josef bewirkt bei seinen Brüdern Neid, weshalb sie ihn verkaufen. In Ägypten landet Josef im Gefängnis, weil die Frau des Pharaos ihn verleumdet.
Auch die Geschichte von Juda, der mit seiner Schwiegertochter Tamar schläft, weil er sie für eine Prostituierte hält, ist sehr bedenklich (1. Mo. 38). Weshalb gingen die Menschen solch krumme Wege? – Die gleiche Frage kann man sich auch heute stellen: Weshalb wählen wir Menschen, die Gott und seine Gebote kennen, so oft einen Weg, der nicht Gottes Willen entspricht? Es zeigt, dass der Mensch von Natur aus nicht automatisch das Gute wählt.
Beeindruckend ist, dass Gott trotz menschlicher Fehlentscheide die Situation für seinen Plan gebraucht. Josef erlangte in Ägypten eine mächtige Stellung und sicherte seiner Familie das Überleben. Juda wurde zum Stammvater von Jesus.
Gott ist es nicht egal, wie wir Menschen leben. Deshalb schickte er im Alten Testament immer wieder Propheten, die wie Amos nicht anders konnten, als Gottes Willen weiterzugeben (Amos 3,8).
Matthäus 1,1-6.16-25; 1. Korinther 5,1-13
Von Catherine Meerwein
Die Geschichte von Juda und Tamar (1. Mo. 38) ist ziemlich haarsträubend. Trotzdem stehen die beiden und ihr Sohn Perez in der Ahnenreihe von Jesus (Mt. 1,3). Auch für Josef sah die Situation schwierig aus. Maria, seine Verlobte, war schwanger, aber nicht von ihm. Ein Engel offenbarte ihm, was das alles zu bedeuten hatte. Maria sollte den Retter (Jeschua) gebären, der sein Volk von ihren Sünden retten werde (Mt. 1,21).
Aus menschlicher Sicht ist es kaum fassbar, wie viel Gott unternahm, um mit uns Menschen wieder Gemeinschaft zu haben. Er opferte seinen Sohn, um sein Volk (und auch die übrigen Menschen) von ihren Sünden zu retten. Die Größe des Opfers sagt auch etwas über die Größe des Problems „Sünde“.
So verwundert es nicht, mit welcher Vehemenz Paulus in 1. Korinther 5 die Gemeinde davor warnt, Sünde zu dulden und auf die leichte Schulter zu nehmen.
Vater im Himmel, danke, dass du deinen Rettungsplan in Jesus verwirklicht hast.
Samstag, 24. November 2007
Wajischlach – Er schickte
1. Mose 32,4 - 36,43; Hosea 11,7 - 12,12; Obadja 1-21
Von Jurek Schulz
Gott hatte Jakob aufgefordert, zurück zu seiner Familie in das verheißene Land zu ziehen (1. Mo. 31,13). Die bevorstehende Begegnung Jakobs mit seinem Bruder Esau löste eifrige Vorbereitungen aus. Schließlich hatte Esau seinem Bruder gedroht, ihn umzubringen (1. Mo. 27,41). So schickte Jakob eine Abordnung mit vielen Geschenken zu Esau, um ihn nach all den Jahren zu besänftigen.
Esau war in der Zwischenzeit ein mächtiger Herrscher geworden, der Soldaten, Ländereien und Reichtum besaß. Für Jakob blieb trotz aller sorgfältiger Vorbereitung die quälende Ungewissheit, ob er und seine Familie am Leben bleiben würde. Doch nach einer dramatischen Gottesbegegnung Jakobs (1. Mo. 32,23-33) kam es zur Versöhnung mit Esau.
Im Kampf Jakobs mit Gott änderte Gott selbst Jakobs Namen in „Israel“, mit der Begründung: Denn du hast mit Gott und Menschen gekämpft und gewonnen (1. Mo. 32,29). Der Name wurde zum Programm, Israel wird zu allen Zeiten verschiedensten Angriffen und Kämpfen ausgesetzt sein. Es wird verschiedenste Wunden davontragen, aber es wird niemals untergehen.
In Obadja wird deutlich: So zahlreich die Nachkommen Esaus auch wurden, am Ende wurde ihnen ihre Gottlosigkeit zum Gericht.
Dieselbe Gefahr drohte auch Israel immer wieder, wie es Hosea deutlich macht. Daher sind alle Nöte Israels Gerichtshandlungen Gottes, „Seile der Liebe“ (Hos. 11,4), um die Menschen zurückzuholen zu dem Gebet, wie Jakob es formulierte: „Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn“ (1. Mo. 32,27).
Lasst uns heute dieses Gebet an den richten, von dem es heißt: „Es ist in keinem anderen das Heil. Auch ist kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, durch den wir selig werden“ (Apg. 4,12). Herr Jesus, ich lasse dich nicht, du segnest mich denn.
Markus 3,13-19; 1. Korinther 10,14-22
Von Catherine Meerwein
Die Bibelabschnitte dieser Woche lenken unseren Blick auf die Tatsache, dass es in dieser Welt mehr gibt als das, was wir mit den Augen sehen können. Den Menschen aus biblischer Zeit und aus anderen heutigen Kulturen liegt das Verständnis für die unsichtbare Welt näher als uns aufgeklärten Menschen. Jesus gab den zwölf Aposteln nicht nur den Auftrag zu predigen, sondern auch böse Geister auszutreiben (Mk. 3,14-15). Und Paulus betont, dass die Beziehung zu Gott unvereinbar ist mit dem Götzendienst, weil man sich dort mit bösen Geistern verbindet. Diejenigen, die denken, sie seien stark genug, sich auf den Götzendienst einzulassen, warnt Paulus: „Wollen wir den Herrn herausfordern? Sind wir stärker als er?“ (1. Kor. 10,22).
Wir sollen nicht mit Geistern ringen, sondern mit Gott. Jakob zeigt uns, wie viel uns an Gottes Segen liegen soll (1. Mo. 32,29). Die Folge dieses Ringens waren eine Bestätigung seines Auftrages durch den neuen Namen „Israel“ sowie eine bleibende Behinderung.
Herr, bitte hilf uns, dass wir deinen Auftrag verstehen und nicht nur auf das Sichtbare achten.
Samstag, 17. November 2007
Wajeze – Er zog aus
1. Mose 28,10 – 32,3; Hosea 12,13 – 14,10
Von Catherine Meerwein
Jakob war auf der Flucht vor Esau nach Haran. Bei einer Übernachtung unter freiem Himmel, als Kopfkissen diente ein Stein, erschien ihm Gott in der Vision der Himmelsleiter. Er verhieß ihm Nachkommen so zahlreich wie der Staub auf Erden und Segen für alle Menschen durch seine Nachkommen (1. Mo. 28,14). Wie reagierte Jakob auf diese großartige Verheißung? Er wurde nicht übermütig, sondern baute ein Steinmal und bekannte: „So soll der HERR mein Gott sein“ (1. Mo. 28,21).
Es folgten 20 mühsame Jahre bei Laban, die geprägt waren von harter Arbeit. Laban betrog ihn mehrmals, als er ihm Lea gab statt Rahel, oder auch als es um den Lohn für seine Arbeit ging. In dieser Zeit war Jakob herausgefordert, an seinem Bekenntnis und an Gottes Zusage festzuhalten. Gott zeigte ihm den richtigen Weg zwischen den Extremen, sich selbst mit Gewalt Recht zu verschaffen und alles Unrecht einfach hinzunehmen. Erst als Gott ihm sagte, er solle Laban verlassen, zog Jakob mit seiner großen Familie und seiner Herde weg.
Dass Gott an seinen Verheißungen festhält, zeigt sich auch im Abschnitt bei Hosea. Gott reagiert zwar mit Gericht auf Israels Götzendienst, aber sein eigentlicher Wunsch ist es, dass sein Volk sich zu ihm bekehrt, damit er seine Abtrünnigkeit heilen kann. Sein Wunsch ist, dass die Menschen einsehen, dass „die Wege des Herrn richtig sind“ (Hos. 14,10).
Auch wir sind jeden Tag herausgefordert, auf Gott zu hören und uns von ihm den richtigen Weg zeigen zu lassen.
Johannes 1,19-51; Offenbarung 3,14-22
Von Jurek Schulz
Meine Barmherzigkeit ist entbrannt, sagt Gott zu Israel (Hos. 11, 8). Ein wunderschönes Bild. In seiner Liebe trägt Gott Israel durch alles hindurch. Das hat Jakob in den 20 Jahren seines Exils ebenso erlebt. So preist er Gott im Wissen seiner Armseligkeit: „Herr, ich bin zu gering aller deiner Barmherzigkeit und Treue“ (1. Mo. 32, 11). In Zeiten von Not und Sünde wird oftmals die Barmherzigkeit Gottes vergessen. Daher ruft Hosea auf: „Halte fest an Barmherzigkeit und Recht und hoffe auf den Herrn “ (Hos. 12,7). Doch Schuld und Sünde stürzten Israel immer wieder ins Unglück (Hos. 13,9). Auf dieser Linie ist das Wirken Johannes des Täufers zu verstehen. Er begreift die Schwere der Sünden Israels, aber auch seine eigene Armseligkeit vor dem wahren barmherzigen Gott (Joh. 1,27). Wer ist dieser wahre Gott, der trotz allem an seiner Barmherzigkeit festhält?
Es ist der, der zum Schlachtopfer für die Sünden der Welt wurde, das Lamm Gottes, das die Schuld der Welt trägt (Joh. 1,29). Es ist der, von dem sowohl Johannes der Täufer als auch Natanael öffentlich bekennen: „Du bist der Sohn Gottes!“ (Joh. 1,34.49). Es ist der, vor dem wir alle armselig, elend und jämmerlich dastehen, unabhängig davon, was wir in dieser Welt sind (Offb. 3,17). Es ist der, dessen Name im neuen Jerusalem alles erstrahlen wird (Offb. 3,12). Er steht vor unserer inneren Herzenstür und klopft an: „Wenn jemand meine Stimme hört und mir auftut, zu dem werde ich hineingehen“ (Offb. 3,20). Jesus Christus, Gottes Sohn, er ist der Barmherzige!
Samstag, 10. November 2007
Toledot – Geschlechtsregister
1. Mose 25,19 - 28,9; Maleachi 1,1 - 2,7
Von Hanspeter Obrist
Jakob, der Stammvater von Israel, erlebte von klein auf, wie umkämpft das Leben war. Warum seine Mutter die Verheißung bekam, dass der Ältere dem Jüngeren dienen wird, ist für uns nicht klar. Es ist Gottes freie Entscheidung oder Voraussicht. In der Praxis erwies sich dann, dass Esau bereit war, sein Erstgeburtsrecht für eine Linsenmahlzeit zu verkaufen. Dies scheint unüberlegt.
Jakob erlebte aber auch mit, wie seine Familie Gottes Segen erfuhr und beneidet wurde. Schon damals gab es deshalb kein Miteinander mit der lokalen Bevölkerung (1. Mo. 26,16). So mussten sie von einem Ort zum anderen ziehen, obwohl Gott Isaak versprach, dieses Land seinen Nachkommen zu geben (1. Mo. 26,4). Sie sollen sich als Fremde im Land aufhalten, und Gott wird mit ihnen sein und sie segnen (1. Mo. 26,3). Der Landbesitz scheint eine untergeordnete Rolle zu spielen, vielmehr steht der Segen Gottes im Vordergrund.
Nachdem sich Jakob schon das Erstgeburtsrecht von Esau erkauft hatte, erschlich er sich nun auch den Erstgeburtssegen des Vaters. Als Folge davon musste er dann nach Haran fliehen.
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