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Versöhnungsarbeit
Versöhnung Jesus Christus machte durch seinen Tod die Versöhnung der Menschen mit Gott möglich, aber auch die Versöhnung der Menschen untereinander. Gott nahm in Jesus Christus weg, was Rassen und Kulturen voneinander trennt, vgl. Eph. 2. Der Tod Jesu hat heute noch die gleiche Bedeutung wie vor bald 2000 Jahren, auch in dem Land, in dem Jesus Christus geboren, gestorben und auferstanden ist. Um diese Botschaft bekannt zumachen, schlossen sich auf Initiative von Salim Munayer arabische und jüdische Gemeindeleiter in dem Verein "Musalaha" zusammen. Das arabische Wort "Musalaha" bedeutet Vergebung und Versöhnung. Musalaha will als Verein die Versöhnung zwischen Arabern und Juden in Israel fördern. Denn auf Grund der biblischen Aussagen ist der Sühnetod Jesu am Kreuz und seine Auferstehung die einzige Grundlage für ein friedliches Zusammenleben von Arabern und Juden. Der Verein sieht seinen Auftrag darin, den Dienst der Versöhnung in Israel zu vertreten und konkret werden zu lassen. Die Mithilfe arabisch-christlicher und jüdisch-messianischer Leiter erleichtert die praktische Durchführung, denn sie bringen ihre Erfahrungen in den Dienst von "Musalaha" ein und stellen sich zur Mitarbeit zur Verfügung.
Aktivitäten
Seminare:
Publikationen:
Unterricht über Kulturunterschiede:
Informationen
Viermal jährlich erscheint ein Rundbrief in deutscher Sprache. Bestellen Sie ihn bei der amzi! Auch eine Powerpoint-Präsentation über die Arbeit von Musalaha ist bei der amzi erhältlich.
Unterstützung
Konto Schweiz:
Konto Deutschland:
Zur Homepage von Musalaha in Englisch.
Musalaha Rundbrief Sommer 2009
Herausforderungen, die unseren Blick aufwärts richten Seit vielen Jahren investiert Musalaha seine Kraft, um palästinensische Christen und messianische Juden zusammen zu bringen. Es ermutigt uns, die Meilensteine so unterschiedlicher Menschen auf ihrem Weg zur Versöhnung zu sehen. Aber die israelische und palästinensische Gesellschaft, in der wir leben, ist jüdisch und muslimisch. Wie also werden wir zu Salz in unserer Gesellschaft? In Römer 12,2 ruft uns Paulus dazu auf, uns verwandeln zu lassen durch die Erneuerung unseres Geistes. Wenn unser Geist erneuert ist, wird das in unserem Handeln sichtbar. Wir beginnen, auch anderen Gläubigen unsere Liebe zu zeigen und leben mit allen Menschen im Frieden. Wie bringen wir die Versöhnung, die in unserem Herrn, dem Messias, begründet ist, in einer Gesellschaft voran, die unsere Überzeugung nicht teilt? Verkündigen wir ihn als Retter und bleiben selbst oft hinter dem zurück, was Jesus meinte, als er sagte „selig sind die Friedensstifter“? Wo können wir den Frieden, den wir mit unserem Herrn haben, so zeigen, dass er die Gesellschaft um uns herum beeinflusst? Als Botschafter des Herrn müssen wir auch Brückenbauer zwischen den Menschen unterschiedlichen Glaubens sein, ohne unsere Grundlagen zu verleugnen oder sie auf Humanismus zu reduzieren. Diese Gedanken haben wir im Musalaha-Komitee bewegt. Versöhnung ist eine Herausforderung. Sind wir nicht dazu berufen, eine prophetische Stimme gegen Hass, Ärger, Feindschaft und Gewalt zu sein? Wenn wir davor zurückschrecken, weichen wir in ein selbstgefälliges Ghetto aus. Wie sollen Menschen das Reich Gottes schmecken und seine Fülle sehen, wenn wir nicht innerhalb der Gesellschaft agieren? Wir suchen nun nach Möglichkeiten, die Erfahrungen von den Wüstentrips in andere Gruppen zu übertragen und wirklich eine Veränderung im Leben von Menschen zu bewirken. Um Brücken zu bauen und die ganze Gesellschaft zu prägen, müssen wir klein beginnen und später weiter wachsen. Wir haben mit einer kleinen Gruppe von Muslimen und Christen begonnen, die bereit waren, die ersten kleinen Schritte auf ein Zusammenleben zuzugehen und die biblischen Prinzipien der Versöhnung umzusetzen. Ihre Erfahrungen sind sehr ermutigend für uns. Eine unserer wichtigsten Initiativen, um Brücken zu bauen, war unser Sportcamp. Sport ist ein sehr guter Weg, Barrieren zwischen Menschen niederzureißen, denn Sport ist etwas, das Einheit stiftet. Unser 2006 begonnenes Sportcamp spricht jüdische, muslimische und christliche Jugendliche an, die hier die einmalige Möglichkeit haben, Beziehungen mit Jugendlichen aufzubauen, die einem anderen Glauben angehören, und mit den Unterschieden umzugehen. Dieses Programm gibt uns die Möglichkeit, Wege zu finden, wie wir die biblischen Prinzipien von Versöhnung im säkularen Umfeld umsetzen und Konfliktlösungsstrategien und Training anbieten können. Bitte beten Sie für unsere Brückenbau-Arbeiten wie das Sportcamp, dass Gott uns das Geld und auch die Leiter schenkt, so dass wir in einem größeren Teil unserer Gesellschaft Einfluss nehmen können für Versöhnung. Von Dr. Salim Munayer, Direktor
Gedanken von der Zypern-Konferenz Von Ambreen Tour, Musalaha-Büro Vom 1. – 4. Mai fuhren wir mit 20 israelischen und palästinensischen Frauen nach Zypern, um etwas über das Zuhören, über die Stufen der Versöhnung und den Charakter eines Versöhners zu lernen. Als ich nach meiner Rückkehr über diese Tage nachdachte, war das Herausragendste die Reise nach Zypern und zurück. Israel zu verlassen war eine Tortur. Unsere gemischte Frauengruppe wurde befragt, aufgehalten und misstrauisch beäugt. „Was in aller Welt haben Israelis und Palästinenser miteinander zu tun?“, war die unausgesprochene Frage. Das war aber vergessen, als wir endlich das Flugzeug besteigen konnten. Für vier Tage waren wir Gäste auf Zypern. Da gab es keine allgegenwärtige Security, kein tägliches Gespräch über Bedrohung, keine Verzögerungen oder Schikanen am Checkpoint. Niemand schaute uns seltsam an, hielt uns an oder stellte uns skeptische Fragen. Wir konnten frei sprechen, einander von Herzen an unseren Erfahrungen teilhaben lassen und voneinander lernen. Und dann kamen wir am frühen Morgen des 5. Mai nach Hause zurück. Als der Taxifahrer mich nach Hause brachte, teilte er mir mit, dass er in derselben Gegend wohnt und erging sich dann in üblen rassistischen Verunglimpfungen und bigotten Kommentaren über arabische Wohngegenden und Gemeinschaften in unserer Nähe. Mein Herz wurde schwer – ich wusste, ich bin wieder zuhause. Vor kurzem las ich diese kurze Parabel, die ich herausfordernd, motivierend und ermutigend fand: Ein junger Mann hat einen Traum. Er lebt in einer Welt, in der es verboten ist, Christus nachzufolgen. Er wird vor Gericht gestellt und als er dem Richter gegenübersteht, sieht er, wie die Beweise gegen ihn ausgebreitet werden. Da gibt es Bilder, die ihn bei religiösen Veranstaltungen und Gottesdiensten zeigen, religiöse Bücher und Musik, die bei ihm zuhause gefunden wurden, Tagebucheinträge, in denen er über seinen Glauben nachdenkt, und seine abgegriffene Bibel, die Zeugnis ablegt von täglicher Bibellese. Voller Angst sitzt er da und wartet auf den Urteilsspruch, der ihm Gefängnis oder den Tod bringen wird. Es kommt ihm in den Sinn, seinen Glauben zu verleugnen, aber er versucht, den Gedanken beiseite zu schieben, zu beten und Haltung zu bewahren. Nach einiger Zeit fordert der Richter ihn auf aufzustehen und fällt das Urteil: „Nicht schuldig“. Seine Angst verwandelt sich augenblicklich in Erleichterung, aber als das Urteil in sein Bewusstsein sinkt, wird er unwillig und ärgerlich. Er verlangt eine Erklärung für dieses Urteil. Der Traum endet mit den Worten des Richters: „Das Gericht interessiert sich nicht für Ihre Bibellektüre und Ihre religiösen Veranstaltungen; es kümmert sich nicht um Gottesverehrung mit Worten oder Texten. Entwickeln Sie ruhig weiter Ihre Theologie und gebrauchen Sie sie, um in Ihrem Bewusstsein ein tröstliches Weltbild zu malen. Wir haben kein Interesse an Künstlern, die Kirchen besuchen und ihre Zeit damit verbringen, geistige Bilder einer besseren Welt zu entwerfen. Wir sind hinter denen her, die den Pinsel aus der Hand legen und mit ihrem Leben wie Christus eine neue Welt schaffen wollen.“ Hierin liegt die Herausforderung und die Berufung. Der Arbeit für die Versöhnung wird mit Skepsis begegnet, mit Vorsicht, Angst, Misstrauen und Unglauben. Und das ist oft sehr ermüdend. Aber das ist unsere Herausforderung. Das ist unsere Berufung. Es ist so einfach, die Augen zu schließen und es sich in der eigenen Gemeinschaft gemütlich zu machen; wir stellen uns vor, dass uns Unrecht geschieht und halten fest an unseren Lieblingsvorurteilen. Aber erst in der Begegnung mit den anderen wachsen wir und lernen und ändern uns. Wir sprechen über Frieden, wir geben Frieden weiter, wir schaffen Raum, damit Friede geschehen kann. Und wir wollen so eine andere Welt schaffen.
Den Berg der Versöhnung besteigen Von Louise Thomsen, Leiterin Frauenarbeit Nur zögerlich nahmen die israelischen, palästinensischen und Frauen von der „Dritten Seite“ (Frauen, die in Israel leben, weil sie einen israelischen oder palästinensischen Ehepartner haben) an unserer Frauenkonferenz in Petra/Jordanien Ende März teil. Die vorherige Konferenz über Zerbrochensein nach Holocaust und Naqba hatte Schmerz, Wut, Frustration und Angst in uns heraufbeschworen. Unbehaglich, ängstlich und zurückhaltend – die Frauen wussten nicht, was auf sie zukommen würde. Aber wir hatten uns für die Reise der Versöhnung entschieden, und wir wollten es der Welt um uns herum nicht gestatten, die Einheit zu zerbrechen, an der wir so hart gearbeitet hatten. Und daher nahmen 38 Frauen an dieser Konferenz teil. Der Versöhnungsprozess verläuft nicht linear, es ist eher eine Reise mit vielen Etappen. Viele von uns befinden sich an einer schwierigen Stelle, wo sie sich entscheiden müssen zwischen Rückzug oder Weitergehen. Wir sind Pilger in dieser Welt, auf dem Weg zueinander und auf eine bessere Welt zu. Manchmal führt uns die Straße in tiefe, dunkle und Furcht erregende Täler und manchmal führt sie uns auf befreiende und begeisternde Berggipfel. Gott will, dass wir unsere Reise fortsetzen und nicht faul werden. Wenn wir stehen bleiben, werden wir das Ziel nie erreichen. Wenn wir in die Täler der Versöhnung kommen, kann es verlockend sein, einen anderen Weg zu suchen. Doch dann werden wir uns mitten in einem anderen schwierigen Tal wiederfinden. Wir können die schweren, schmerzlichen und herausfordernden Teile der Versöhnung nicht vermeiden. Wir sind unterwegs und wir müssen vorwärts gehen. Diese Reise der Versöhnung können wir nicht alleine unternehmen. Wir brauchen einander, um uns gegenseitig zu unterstützen. Auf dieser Konferenz haben wir uns wieder an unser Versprechen erinnert, gemeinsam zu gehen. Wenn eine fällt, helfen wir ihr wieder auf. Wenn sich jemand zurückziehen will, versuchen wir, sie zurückzuholen. Wenn wir den Gipfel erreichen, jubeln wir gemeinsam. Wir haben Beziehungen aufgebaut, die uns befähigen, wirklich zusammenzustehen und uns zu unterstützen auf unserer Reise. Noch nie habe ich unsere Verbindung so stark gespürt, wie auf dieser Konferenz. Bei der Versöhnung gibt es viele wunderbare Momente, viele Berggipfel. Von hier hat man einen klaren Blick auf das, was hinter einem liegt. Je mehr Täler und Berge man bewältigt hat, desto besser wird man darin. Man hat neue Energien für den nächsten Schritt. Die Frauen hatten ihre Beziehungen zueinander im Blick, nicht die drückende Intensität der Konferenz, und darum konnten sie so entschlossen zusammenstehen. Die Atmosphäre war positiv und beruhigend – mit viel Lachen. Während der Konferenz haben wir auch die Schönheit Petras erkundet, sind durch die Täler gestreift und haben uns die alten Ruinen angesehen. Und tief in dem Tal mit den Felsbauten hatten wir einen riesigen Berg vor uns, bevor wir unser Ziel, das Kloster erreichten. Wir haben die körperliche Herausforderung angenommen und den steilen Berg mit Sand im Gesicht erstiegen. Wie herrlich ist alles vom Gipfel aus! Ein Gefühl von Sieg und Befriedigung. Jetzt, da das Band der Einheit, des Vertrauens und der Beziehungen zwischen den Frauen noch stärker ist, sind wir bereit für die nächste Etappe unserer Reise. Am 5. Juni werden wir uns einem Workshop über Trauma, Tod und Todesangst stellen.
Neues Abenteuer: Trekking in Galiläa Von Tamara Kuttab, Leiterin Jugendarbeit In den Passah- und Osterferien machte sich eine Gruppe von 23 israelischen und palästinensischen Teenagern auf den Weg nach Norden zu unserer Jugendfreizeit in Galiläa. Dieses Mal nicht wie sonst in der Wüste – auf grüneren Weiden, und dennoch in neutraler und malerischer Umgebung. Neue Mitarbeiter, die zum ersten Mal eine Musalaha-Freizeit leiteten, und eine Gruppe dynamischer Jugendlicher waren sowohl darauf eingestellt, ein Abenteuer zu erleben, als auch auf die Möglichkeit, verletzt zu werden. Die Vorfreude war bei allen – Mitarbeitern und Teilnehmern – groß. Wir mussten uns einander öffnen, egal aus welchem sozialen, kulturellen oder politischen Hintergrund wir kamen; wir mussten voreinander verletzlich sein. Die Teenager waren wie sonst auch: Erst einmal herausfinden, wer die anderen sind, aber vorläufig in den eigenen Kreisen bleiben. Wir teilten sie in Diskussionsgruppen ein und entdeckten wichtige Unterschiede. In einer Gruppe bemerkten die palästinensischen Mädchen, dass die israelischen Mädchen lässiger gekleidet waren, die israelischen bemerkten, dass die anderen manchen Aktivitäten gegenüber reservierter waren. In den Diskussionen kam zutage, dass die Teenager mit Identitätsproblemen kämpfen. Unterschiede in Kleidung und Verhalten auf der anderen Seite werden sofort bemerkt. In diesem Alter ist es wichtig, sich das klar zu machen und zu verstehen. Obwohl es aussieht wie ein typisches Teenie-Thema, bildet dies die Grundlage für die späteren Unterschiede, wenn die Israelis ihren Armeedienst antreten und die Palästinenser ihre Ausweise erhalten, an den Checkpoints kontrolliert werden und strengen Reisebeschränkungen unterliegen. Wenn wir die Teenager anleiten, mit ihren Identitätsproblemen, mit Gruppendruck, dem ersten Eindruck und ihren sozialen Kontakten umzugehen, solange sie jung und leicht zu prägen sind, dann werden sie später in der Lage sein, politische, soziale und kulturelle Barrieren niederzureißen, die der Versöhnung mit der anderen Seite im Weg stehen. Das Thema Kommunikation umfasste auch Rollenspiele, die es dieser temperamentvollen Gruppe ermöglichten, auf einer anderen Ebene miteinander umzugehen und einander besser zu verstehen. Während dieser Tage sind die Teenager frei vom Einfluss ihrer Gesellschaft und haben einen guten Ausgangspunkt für den Versöhnungsprozess. Dies war kein typischer Musalaha-Trip, bei dem die Teilnehmer ihre Enttäuschungen über die andere Seite zum Ausdruck bringen. Darum konnten sie anfangen, Beziehungen zu bauen. Über einfache Spiele oder gemeinsame Aktivitäten ist es für junge Teenager am einfachsten, das Eis zu brechen. Und das haben wir getan. Manche Teenager waren zu ängstlich, um sich unter die Fremden zu wagen, aber die Leiter brachten sie bei Spielen und Ausflügen doch dazu, Gemeinsamkeit zu beginnen. Unser Thema war die Liebe in der Bibel. Wirkliche Liebe unter Brüdern und Schwestern beruht auf vier Prinzipien, die uns zu den Fragen führten: Wie kann ich meinen Bruder, der so anders ist als ich, lieben? Wie kann ich meinen Bruder, der aus einer ganz anderen Welt kommt, lieben? In Matthäus 22,39 ruft uns Jesus auf: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ Dieses Gebot fordert von uns, aus unserer Ecke herauszukommen und die Dinge auszuprobieren, die unser Nächster auch erlebt. Wir sollen nicht nur auf unsere eigenen Bedürfnisse sehen, auf unsere Gedanken, Gefühle und Wünsche, sondern auch auf die Bedürfnisse des anderen. Wie schaffen wir das? Wie können wir eine so tiefe Liebe hervorbringen? Wie können wir die Liebe, von der Christus wollte, dass wir sie einander im täglichen Leben entgegen bringen, einüben? Die Antwort: die vier biblischen Grundsätze anwenden, in denen es um Wahrheit, Sicherheit, Opfer und Kommunikation geht. Die innere Dynamik der Gruppe war in diesem Jahr außergewöhnlich, denn wir hatten Teilnehmer aus dem Sudan dabei. In den vergangenen beiden Jahren sind Flüchtlinge aus Darfur nach Israel geströmt und gewöhnen sich nun langsam aber sicher an eine neue Kultur. Viele sudanesische Teenager sind im Vorteil, denn sie sprechen sowohl Hebräisch als auch Arabisch. Auf unserem Trip waren die Sudanesen in der Lage, mit beiden Seiten zu kommunizieren. Da die sudanesischen Jugendlichen in der israelischen Gesellschaft leben, schienen sie einen leichteren Zugang zu den israelischen Teilnehmern zu haben und waren im Umgang mit den Palästinensern etwas zögerlich. Schließlich kam einer der Sudanesen zu uns und sagte: „Ich habe die Araber immer gehasst. Ich wusste nicht, dass es gute Araber geben kann.“ Das war seine Erfahrung mit den Arabern im Sudan, die ihn aus seinem Land vertrieben hatten. Der Trip hat auch die sudanesischen Teenager verändert, auch sie haben etwas über Versöhnung gelernt. Die Jugendlichen erlebten auch kritische Situationen. Für die Jugendlichen ist es nicht einfach, Leuten von der anderen Seite zu begegnen und manche waren Außenseiter. Als Leiterin hatte ich manchmal ein mulmiges Gefühl, denn ich war zum ersten Mal als Co-Leiterin zusammen mit Freunden von der anderen Seite dabei. Doch Verletzlichkeit schafft den Raum, dass Gott die Situation in die Hand nehmen kann – und das hat ER getan!
Eine dänische Sicht auf den Frieden im Nahen Osten Von Dina Schroder, Jugendleiterin aus Dänemark Der Nahe Osten ist ein gemischter Kulturraum, in dem Menschen nebeneinander leben, die aus vollkommen verschiedenen Welten kommen. Viele leben in völliger Verzweiflung, ohne Hoffnung auf ein friedliches Zusammenleben mit ihren Nachbarn. In Dänemark haben wir keinerlei Verständnis für die Palästinenser: Wir sehen in ihnen die Feinde, sie verursachen den Schmerz, sie sind der Grund für den Konflikt in dieser Region. Ich wusste also nicht, was mich erwartete, als ich aus Dänemark hierher kam. Und meine Familie und Freunde waren natürlich sehr besorgt, dass ich in den Nahen Osten wollte, und das ausgerechnet auf dem Höhepunkt des Konflikts im Gazastreifen. Als ich bei Musalaha anfing, war ich zunächst frustriert, denn ich hatte keine Ahnung, wie es jemals so etwas wie Versöhnung zwischen Israelis und Palästinensern geben sollte. Die Menschen, die ich kennen lernte, schienen so verschlossen; für sie war Versöhnung eine gute Sache, solange sie nichts damit zu tun hatten. Kann man das Denken von Menschen verändern? Wie können sie ihr Denken über Menschen ändern, die sie anscheinend hassen müssen? Als ich ankam, bekam ich schnell einen Vorgeschmack dieser Realität. Ich begann mit palästinensischen Jugendleitern in Bethlehem, Ramallah und Nablus zu arbeiten. Ich bekam aus nächster Nähe mit, wie sie im täglichen Leben mit der politischen Situation zu kämpfen haben. Sie werden ausgebildet, um eine neue Generation zu prägen, die eine Veränderung herbeiführt und willens ist, eine Koexistenz mit Israel aufzubauen. Gleichzeitig haben sie ihre eigenen inneren Kämpfe auszustehen. Viele bezweifeln, dass es wirklich Frieden mit den Israelis geben wird. Die Palästinenser fühlen sich enteignet. Auch sie leben ohne Hoffnung; es gibt keinen Raum, in dem sie einfach sie selbst sein können; sie haben keinen Anteil an der Gesellschaft. Neben diesen Gefühlen und obwohl ich in den palästinensischen Gebieten gearbeitet habe, habe ich bei meiner Arbeit im Büro von Musalaha auch eine andere Seite gesehen. Israelis und Palästinenser, die Seite an Seite arbeiten, lachen, Spaß haben und ihre Gemeinschaft miteinander genießen. Sie haben mir gezeigt, dass es Hoffnung gibt. Obwohl der Friede nicht überall in der Gesellschaft spürbar ist, gibt es einen Raum, wo Israelis und Palästinenser zusammen kommen und die ersten Schritte hin zu einer helleren Zukunft tun können. Musalaha ist für mich zum Segen geworden, und ich hoffe und bete, dass es auch für viele andere ein Segen wird. Ich danke Gott, dass ich hierher kommen und so viele wunderbare Menschen kennen lernen konnte, die so offen und bereit zur Veränderung sind.
Neues von Munayers Jack hat in Belfast die letzte Woche seines JMEM-Kurses über Versöhnung absolviert. Die letzten beiden Monate war er in Ruanda und Burundi und hat in Kinderkliniken und Waisenhäusern mitgearbeitet. Er hat viel Gewicht verloren und hatte Probleme mit seinem Magen. Als wir ihm sagten, er solle zum Arzt gehen, sobald er zurück ist, hat er uns erklärt, er fühle sich pudelwohl. Aber ich als Mutter werde da das letzte Wort sprechen, wenn ich ihn wiedersehe. Er hat sich entschieden, Psychologie zu studieren und wir beten um Klarheit in Bezug auf das Wo, Wann und Wie. Daniel steckt in der Abschlussphase seines vorletzten Schuljahres ... dieser Druck! Vor kurzem hat er in unserer Gemeinde einen Kurzbeitrag in einem von Jugendlichen gestalteten Gottesdienst gegeben. Er war sehr gut, und wir sind stolz, dass er diese Herausforderung angenommen hat. John scheint immer noch glücklich, zufrieden und beliebt zu sein. Seine Hauptfreizeitbeschäftigung besteht darin, mit dem Handy zu telefonieren. Er hat weiterhin Schwimmtraining und hat Zusatzunterricht in hebräischer Grammatik. Er wurde geprüft, und wir haben gemerkt, dass er Hebräisch nur lückenhaft versteht. Aber, um noch mal auf das Telefon zurückzukommen – sollte ein wasserfestes Handy auf den Markt kommen, wird er sicher noch beim Schwimmtraining telefonieren. Sam bereitet sich konzentriert auf die bevorstehenden Landesmeisterschaften vor. Die Vorentscheidungen werden im Juni sein, das Finale Ende August. Aber Schwimmen scheint nicht seine einzige Beschäftigung zu sein – vor kurzem kam er mit mächtigen Kratzern im Gesicht aus der Schule. Als ich ihn fragte, was passiert sei, sagte er nur, es wäre ein Unfall beim Fußballspielen gewesen. Ich weiß nicht, was wirklich passiert ist. Auch ich bin sehr beschäftigt; diese Woche ist ein Bazar zugunsten der Shepherd Society, bei dem ich mitarbeite. Ich helfe so vielen Menschen in Bethlehem, wie ich schaffe. Ein weiteres Treffen von uns Frauen von der „Dritten Seite“ steht bevor. Außerdem nehme ich an einer Demonstration vor den Stadtverwaltungsbüros teil – es geht um Renovierungen an der Schule meiner Söhne, die in einem schrecklichen Zustand ist. Danach kommen die Frauen vom Alphakurs zu mir nach Hause und wir machen Colour Me Beautiful als Abschluss des Kurses, bei dem ich auch mitgearbeitet habe. Daneben muss ich eine Physiotherapie machen für meinen Fersensporn und meinen arthritischen Nacken. Und so weiter und so fort ... während ich dies schreibe, ruft mich John vom Schwimmbad aus an, weil es morgen einen nächtlichen Schwimmwettkampf gibt. Um acht Uhr früh muss er auf der anderen Seite der Stadt sein, Kilometer entfernt. Natürlich noch keine Angaben zu Kosten, Verpflegung und Abholzeit – jedenfalls sollen wir ihn und seinen Freund morgen hinbringen. Bis zum nächsten Mal! – Kay für alle
Glückwunsch Dr. Salim Munayer, der Leiter von Musalaha, hat den diesjährigen Christian International Scholarship Foundation Scholar-Leader of the Year Award erhalten.
Neue Mitarbeiterin Wir freuen uns, dass Tamara Kuttab zu unserem Team dazu gestoßen ist. Sie hat in der Jugendarbeit die Projektkoordination übernommen. Mit der Jugendfreizeit in Galiläa über Passah und Ostern hat sie ihre Arbeit begonnen. Tamara ist in Ramallah und Amman/Jordanien aufgewachsen und hat in Ohio ein Pädagogikstudium absolviert. Danach ist sie nach Ramallah zurückgekehrt und hat bei einem der Nonprofit-Medienprogramme ihres Vaters mitgearbeitet, der arabischen Sesamstraße, die Kinder in der Westbank und im Gazastreifen unterrichtet. Nun lebt sie in Bethlehem und ist aktiv in der Arbeit mit jungen Erwachsenen der Baptistengemeinde in Beit Jala.
Termine – danke für Ihre Gebete 25.–29. Juni Jugendleiter-Training, Teil 1, Ephesus, Türkei 6.–10. Juli Palästinensisches Kindercamp, Bethlehem 20.–24. Juli Israelisch-palästinensisches Kindercamp, Petach Tikvah 27.–31. Juli Palästinensisches Kindercamp, Zebabdeh 7.–17. August Brückenbauer-Konferenz, Norwegen 14.–21. August Familien-Leiter-Konferenz, Karlsbad, Deutschland
Schweiz: Musalaha, c/o amzi, Postfach UBS: Kto-Nr. 0292-IQ136862.0 Postcheque: Kto-Nr. 40-33695-4 (mit Vermerk «Musalaha»)
Deutschland: Musalaha IBAN: DE 19 6835 0048 0001 7167 37
P.O. Box 52110, IL-91521 Jerusalem
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