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Journalist will es wissen

Bei seinen Nachforschungen erlebte ein israelischer Journalist die messianischen Juden als „netten Haufen“ – ein Kompliment?

 

Im Februar erschien in der Wochenendbeilage der Jerusalem Post eine interessante Reportage von Larry Derfner. Der Journalist hatte sich in mehreren messianischen Gemeinden umgesehen und mit messianischen Gläubigen gesprochen. Er wollte sich selbst ein Bild machen von der messianischen Gemeinschaft, die – wenn überhaupt – eher negative Schlagzeilen macht.

 

Zum „Phänomen“ der messianischen Juden meinte er: „Mein Eindruck von den messianischen Juden ist, dass sie ein ‚netter Haufen’ sind – in Israel Geborene und Immigranten, die sich meist außerhalb des gesellschaftlichen Mainstreams befanden, spirituell hungrig waren und eine neue ‚Glaubensgemeinschaft’ gefunden haben. Von den geschätzten 7000 messianischen Juden sind rund die Hälfte russische Immigranten, die nicht jüdisch erzogen wurden. … Die Messianischen sind aber auch keine Sekte. Es gibt keinen einzelnen Leiter oder auch nur ein Leiterschaftsteam, und keiner von ihnen wird in irgendeiner Weise als göttlich betrachtet, oder als näher bei Gott als andere, oder als im Besitz übermenschlicher Kräfte. Jede der ungefähr 100 Gemeinden ist eine Gemeinschaft für sich. … Sie unterhalten keine geschlossene Gemeinschaft oder einen zurückgezogenen Ort, wo Neubekehrte einer Gehirnwäsche unterzogen oder ‚mit Liebe bombardiert’ werden. Die Neuen werden nicht von ihren Familien oder Freunden ferngehalten, und wer die Gemeinschaft wieder verlassen will, dem steht das frei. … Ihr Glaube ist aber nicht von dem evangelikaler Christen zu unterscheiden. Sie bezeichnen sich selbst eher als ‚Messianische’ oder ‚Gläubige’ denn als ‚messianische Juden’. Sie beten in evangelikalen christlichen Kirchen, und evangelikale Christen beten wiederum in ihren Gemeinden – sie vermeiden lieber das Wort ‚Synagoge’ – ohne etwas an ihrer Art zu beten verändern zu müssen. … Die Messianischen sagen, dass ihnen nur orthodoxe Juden Probleme bereiteten, während durchschnittliche israelische Juden, unter denen sie leben, äußerst tolerant seien.“